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Joint German Congress of Orthopaedics and Trauma Surgery

02. - 06.10.2006, Berlin

Bildgebung von Schwannomen peripherer Nerven – Sonografie und/oder MRT?

Meeting Abstract

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  • S. Kircher - Klinik f. Orthopädie d. Friedrich-Schiller Universität Jena, Waldkrankenhaus Rudolf Elle, Eisenberg, Germany
  • A. Leutloff - Klinik f. Orthopädie d. Friedrich-Schiller Universität Jena, Waldkrankenhaus Rudolf Elle, Eisenberg, Germany
  • R.A. Venbrocks - Klinik f. Orthopädie d. Friedrich-Schiller Universität Jena, Waldkrankenhaus Rudolf Elle, Eisenberg, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 70. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 92. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 47. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 02.-06.10.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. DocP.2.8-1685

The electronic version of this article is the complete one and can be found online at: http://www.egms.de/en/meetings/dgu2006/06dgu0364.shtml

Published: September 28, 2006

© 2006 Kircher et al.
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Schwannome sind gutartige, langsam wachsende, in der Regel solitäre Tumoren des Nervenscheidengewebes (Schwann-Zellen). Predilektionsstellen sind Kopf, Nacken und Beugeseiten der Extremitäten. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 20. Und 50. Lebensjahr. Im Bereich peripherer Nerven wird eine Größe von 5cm selten überschreiten. Bei primär schon richtungweisenden klinischen Befunden stellt sich die Frage nach der geeigneten Methode zur Bildgebung, wobei in der aktuellen Literatur das MRT als ‚golden standard’ angesehen wird.

An 2 beispielhaften Fällen werden Diagnostik und Therapie von peripheren Schwannomen beschrieben sowie die Stellung der Sonografie in diesem Prozeß gewichtet. Richtungweisend für eine periphere Nervenläsion waren jeweils die klinischen Befunde sowie die präoperativ durchgeführte fachneurologische Untersuchung. Sonografisch stellten sich ca 1 bzw. 4 cm große, inhomogene, durch eine Kapsel gut abgrenzbare Strukturen im Nervenverlauf dar. Ein MRT bestätigte die sonografische und klinische Diagnose eines Nerventumors, histologisch wurde nach mikrochirurgischer Entfernung ein Schwannom gesichert.

Im Verbund mit klinischen und neurologischen Befunden ist die Sonografie gut geeignet zur Lokalisation auch von kleinen Tumoren peripherer Nerven, in den vorliegenden Fällen eines Schwannoms. Weder die Sonografie noch das MRT lassen sichere Aussagen zur Dignität des Tumors zu, die das Schwannom gegen die Umgebung abgrenzende Kapsel deutet jedoch auf das Vorliegen eines gutartigen Tumors. Die Sonografie als dynamische Untersuchungsmethode erlaubte eine sichere Lokalisation der Schwannome. Im MRT müssen bei palpatorisch nicht sicher zu lokalisierenden Schwannomen die Schnittabstände sehr eng gewählt werden, um kleine Befunde nicht zu übersehen. Der hierdurch deutlich erhöhte Zeit-, Material- und Kostenaufwand erscheint aufgrund der ausbleibenden zusätzlichen relevanten Informationen des MRT zur Sonografie zumindest fraglich.

Es sollte daher überdacht werden, ob in Zukunft bei Befunden dieser Art die Sonografie als einzige präoperative Bildgebung ausreichend ist und auf ein zusätzliches MRT verzichtet werden kann.