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Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Thoraxchirurgie

07. - 09.10.2010, Wien (Österreich)

Chirurg – Ein Beruf mit Lebensqualität?

Meeting Abstract

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  • J. Peltz - Universität Würzburg, Deutschland
  • T. Bohrer - Universität Würzburg, Deutschland
  • M. Koller - Universität Regensburg, Deutschland
  • H. Bauer - Deutsche Gesellschaft für Chirurgie, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Österreichische Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Schweizerische Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Wien, Österreich, 07.-09.10.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgtP18

DOI: 10.3205/10dgt047, URN: urn:nbn:de:0183-10dgt0477

Published: September 30, 2010

© 2010 Peltz et al.
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Hintergrund: Die Studie untersucht die Lebensqualität von Chirurgen in Deutschland, gemessen mit einem Instrument der Lebensqualität, das auch in klinischen Studien an Patienten Verwendung findet und analysiert, welche beruflichen, motivationalen und familiären Umgebungsvariablen Risikofaktoren für eine schlechte Lebensqualität darstellen.

Methodik: Es handelt sich um Kongressbefragungen eines Studienkollektivs von Chirurginnen und Chirurgen, die die Jahrestagungen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und aller Fachgesellschaften in den Jahren 2008 bis 2009 besuchten. Im Rahmen der Untersuchung werden neben der Erhebung der allgemeinen Lebensqualität mit dem PLC-Bogen, demographische Variablen sowie Angaben zum Ausbildungsstand und der beruflichen Situation erfasst. Als Kontrollgruppe dienen einerseits Medizinstudenten, andererseits konservativ tätige Ärzte, die im gleichen Untersuchungssetting befragt werden.

Ergebnisse: 3.700 (3.000 Chirurgen, 600 nicht-chirurgische Ärzte, 100 fortgeschrittene Medizinstudenten) haben an der Studie teilgenommen. Die Frage: „Wie gerne sind Sie im OP?“ beantworteten 85% mit „gerne bis meine liebste Tätigkeit“. Chirurgen empfanden jedoch die administrative Tätigkeit als Anteil im Vergleich zur operativen Tätigkeit mit 67% (Kontrollgruppe: 55%) hoch oder viel zu hoch. Entscheidender Faktor für schlechte Lebensqualität ist die Einschränkung des Privat- und Familienlebens durch die berufliche Auslastung. 63% der Chirurgen, die ihr Privatleben als nicht ausreichend („viel zu wenig/fast gar nicht“) betrachten, schätzen ihre Lebensqualität im Vergleich zur Bevölkerung als „schlechter oder viel schlechter ein“, 53% sogar als schlechter als jene ihrer Patienten. Chirurginnen und Chirurgen unterscheiden sich in der Einschätzung der Wichtigkeit des Privatlebens („wichtig/sehr wichtig“ 94% vs. 95%), des Mangels an Privatleben („viel zu wenig/fast gar nicht“ 37% vs. 40%) und der Beurteilung der Lebensqualität („schlechter/viel schlechter als Bevölkerung“ 42% vs. 39%) nicht voneinander. Weitere wesentliche Faktoren, die sich negativ auf die Lebensqualität auswirken, sind unzureichende Bezahlung, ein schlechtes Arbeitsklima sowie eine hierarchische Organisationsstruktur.

Schlussfolgerungen: Unsere Ergebnisse zeigen eine im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung weit überdurchschnittliche Belastung von Chirurgen. Die Studienergebnisse können Grundlage und Stimulierung für berufspolitische Diskussionen sein.

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