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18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Rupturiertes Segmentarterienaneurysma bei malignem Lungentumor und Abszess als seltene Ursache eines hämorrhagischen Schocks

Meeting Abstract

  • Lena Unger - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Heike Wolken - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Stefan Limmer - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Karsten Köppe - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Hans-Peter Bruch - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Peter Kujath - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocPO1.10

DOI: 10.3205/09dgt69, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt690

Published: November 20, 2009

© 2009 Unger et al.
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Zielsetzung: Im Rahmen dieser Fallvorstellung soll die Behandlung eines rupturiertes Segmentarterienaneurysmas bei malignem Lungentumor und begleitenden Abszess als seltene Ursache eines hämorrhagischen Schocks dargestellt werden.

Methode und Ergebnis: Ein 57-jähriger Patient stellte sich mit zunehmender Dyspnoe und Hämoptysen bei vorbekanntem Lungenabszess in der internistischen Notaufnahme vor. Wenige Stunden nach der stationären Aufnahme wurde der Patient mit respiratorischer Insuffizienz und im hämorrhagischen Schock auf die Intensivstation verlegt. Eine Bronchoskopie ließ nahezu im gesamten Bronchialsystem eine Vielzahl größerer Blutkoagel erkennen. In der CT-Angiographie der Pulmonalarterien zeigte sich eine große, partiell einschmelzende Raumforderung im rechten Unterlappen mit einem Aneurysma einer Segmentarterie. Bei marginaler pulmonaler Funktion und weiterhin bestehender lebensgefährlicher Blutung wurden noch am gleichen Tag eine Pulmonalisangiographie und die Embolisation des beschriebenen Aneurysmas durchgeführt. Nach weiterer Stabilisierung des Patienten war dann auch ein operatives Vorgehen möglich. Die Unterlappenresektion musste bei weiterhin bestehender schlechter pulmonaler Funktion unter Belüftung beider Lungen erfolgen. Unmittelbar nach diesem Eingriff besserten sich sowohl die Kreislaufparameter als auch die respiratorische Funktion deutlich. Trotzdem war bei Vorhofflattern und AV-Block III° kurzeitig die zweimalige Reanimation und Implantation eines passageren Schrittmachers notwendig. 19 Tage nach der Operation konnte der Patient auf eine periphere Station verlegt und am 26. postoperativen Tag nach Hause entlassen werden. Die histologische Begutachtung stellte überraschenderweise neben dem bekannten Lungenabszess eine 8 cm durchmessende, großzellige maligne Neoplasie dar, welche zunächst als Sarkom gedeutet wurde. Nach Durchführung der immunhistochemischen Analysen jedoch ist ein großzelliges anaplastisches Lymphom am wahrscheinlichsten.

Schlussfolgerung: Eine zügige Kommunikation und optimale Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachdisziplinen ist insbesondere für den Behandlungserfolg von Patienten mit akut lebensgefährlichen Lungenerkrankungen und komplexen Komorbiditäten wichtig. In dem geschilderten Fall waren in der Akutphase sowohl Internisten und Radiologen als auch Chirurgen und Anästhesisten beteiligt. Und für die endgültige Diagnose und das weitere Procedere ist die Arbeit des Pathologen von entscheidender Bedeutung.