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16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

04.10. - 06.10.2007, Konstanz

Sepsis durch Infekt einer Pneumonektomiehöhle mit Clostridium perfringens

Meeting Abstract

  • Martin Hohls - Lungenklinik Merheim, Thoraxchirurgie, Köln
  • Frank Beckers - Lungenklinik Merheim, Thoraxchirurgie, Köln
  • Corinna Ludwig - Lungenklinik Merheim, Thoraxchirurgie, Köln
  • Erich Stoelben - Lungenklinik Merheim, Thoraxchirurgie, Köln

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Konstanz, 04.-06.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc07dgtP18

DOI: 10.3205/07dgt18, URN: urn:nbn:de:0183-07dgt186

Published: March 22, 2010

© 2010 Hohls et al.
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Text

Einleitung: Kasuistik eines Patienten, der an einer Sepsis mit Nachweis von Clostridium perfringens erkrankte. Sepsisherd war ein Empyem der Pleurahöhle 18 Monate nach Pneumonektomie aufgrund eines Bronchialkarzinoms.

Kasuistik: Ein 65jähriger Patient wird mit septischem Krankheitsbild aus einem peripheren Haus in unsere Klinik verlegt. Nach Aufnahme wegen eines fieberhaften Infektes wurden ansteigende Nierenretentionswerte, arterielle Hypotonie sowie Bradykardien beobachtet. Zusätzlich beklagte der Patient rechtsthorakale Schmerzen. Vor 18 Monaten war in unserem Haus bei einem gemischtzelligen Bronchialkarzinom im Tumorstadium pT2pN0cM0 eine rechtsseitige Pneumonektomie erfolgt. Im Thorax-CT fand sich rechts ein Serothorax mit Spiegel und zahlreichen Lufteinschlüssen bei unauffälligem linksseitigem Lungenparenchym. Bronchoskopisch konnte eine Stumpfinsuffizienz ausgeschlossen werden, in der Blutkultur gelang der Nachweis von Clostridium perfringens. Nach Antibiose, Drainageanlage, 14tägiger Spülbehandlung der Pneumonektomiehöhle mit Braunovidonlösung, zweimaliger VATS zum Debridement und anschließend fehlendem Keimnachweis entließen wir den Patienten klinisch infektfrei. Eine Woche später erfolgte die Neuaufnahme mit rezidivierenden rechtsseitigen Thoraxschmerzen, subfebrilen Temperaturen und steigenden laborchemischen Infektparametern. Erneut zeigte die Bronchoskopie keine Stumpfinsuffizienz, nach initialer antibiotischer Behandlung erfolgte die Thorakoplastik zur definitiven Sanierung der Pneumonektomiehöhle. Auch hierbei fand sich keine Stumpfinsuffizienz.

Schlussfolgerung: Empyeme nach Pneumonektomie sind eine bekannte Komplikation. Dass als Erreger C. perfringens isoliert werden kann, ist unseres Wissens nach selten. Wir vermuten, dass die kräftige Pleuraschwarte der Pneumonektomiehöhle die ansonsten bei Gasbrand oft rasch voranschreitende Gewebezerstörung und den Tod des Patienten verhindert hat.