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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

19.04. - 21.04.2012, Mannheim

Thorakale Aktinomykose als seltene Ursache eines hämorrhagischen Perikardergusses

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Fridrike Stute - Uniklinik Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg
  • Olaf Sommerburg - Uniklinik Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg
  • Wolfgang Behnisch - Uniklinik Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg
  • Gunhild Mechtersheimer - Universität Heidelberg, Institut für Pathologie, Heidelberg
  • Dietrich Bucsenez - Uniklinik Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg
  • Matthias Gorenflo - Uniklinik Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg
  • Wolfgang Springer - Uniklinik Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). Mannheim, 19.-21.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgpi43

DOI: 10.3205/12dgpi43, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpi435

Published: March 22, 2012

© 2012 Stute et al.
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Text

Hintergrund: Aktinomykosen sind seltene Erkrankungen bei Kindern. Eine Verlaufsform mit hämorrhagischem Perikarderguss und thorakalem Tumor ist nur in wenigen Fällen in der Literatur beschrieben.

Anamnese: Ein 10-jähriger Patient wurde wegen eines im Röntgen-Thorax diagnostizierten punktionsbedürftigen Perikardergusses aufgenommen. Seit 6 Wochen bestanden Krankheitsgefühl, reduzierter AZ, Anämie, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust sowie rezidivierende Thoraxschmerzen. Ernsthafte Vorerkrankungen waren nicht bekannt.

Untersuchungsbefunde: Nach Perikardpunktion zeigte sich ein zellreicher hämorrhagischer Erguss mit entzündlichem Zellbild ohne Keim- oder Tumorzellnachweis. In der Bildgebung (Echokardiographie, CT-/MRT-Thorax) konnte eine retrokardiale, transdiaphragmale, 7,5 x 5,6 cm große Raumforderung, vom Perikard ausgehend und den Magenfundus infiltrierend nachgewiesen werden. Differentialdiagnostisch wurde der Verdacht auf eine onkologische Grunderkrankung oder einen entzündlichen Prozess geäußert, so dass eine Laparotomie zur Biopsie durchgeführt wurde.

Histopathologisch zeigte sich entzündliches Gewebe mit Drusen ohne Anhalt für Malignität. Aktinomyzeten selbst konnten im gewonnenen Material nicht nachgewiesen werden, sehr wohl aber Teile der obligatorisch vorhandenen, synergistischen Begleitflora. Unter multimodaler antibiotischer Therapie trat eine rasche Besserung des Allgemeinzustandes auf, so dass der Patient nach wenigen Tagen unter Fortsetzung seiner antibiotischen Therapie entlassen werden konnte.

Diskussion: Thorakale Aktinomykosen bei Kindern sind sehr seltene Erkrankungen (etwa 50 beschriebene Fälle in der Weltliteratur). Symptomatik und Bildgebung lassen zunächst häufig an eine maligne Erkrankung denken. Unter initialer intravenöser und mehrmonatiger oraler Antibiotikabehandlung ist die Prognose sehr gut.