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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Bronchusstumpfinsuffizienz nach Pneumonektomie – Interdisziplinäre videothorakoskopisch assistierte Defektdeckung mittels ipsilateraler Latissimus-dorsi-Lappenplastik

Meeting Abstract

  • Andreas Wolter - Kaiserswerther Diakonie - Florence Nightingale Krankenhaus, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Düsseldorf
  • Richard Schroeder-Finckh - Kaiserswerther Diakonie - Florence Nightingale Krankenhaus, Klinik für Allgemein-, Viszeral, Thorax- und Endokrine Chirurgie, Zentrum für MIC, Düsseldorf
  • Karl-Heinz Schultheis - Kaiserswerther Diakonie - Florence Nightingale Krankenhaus, Klinik für Allgemein-, Viszeral, Thorax- und Endokrine Chirurgie, Zentrum für MIC, Düsseldorf
  • Jutta Liebau - Kaiserswerther Diakonie - Florence Nightingale Krankenhaus, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch640

DOI: 10.3205/12dgch640, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch6408

Published: April 23, 2012

© 2012 Wolter et al.
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Einleitung: Eine Bronchusstumpfinsuffizienz nach Pneumonektomie ist eine schwerwiegende und mit einem hohen Letalitätsrisiko behaftete Komplikation. Eine operative Sanierung ist oft schwierig. Eine Möglichkeit der Defektdeckung besteht in einer Muskellappenplastik durch den ipsilateralen Musculus latissimus dorsi. Die interdisziplinäre plastisch-/thoraxchirurgische Zusammenarbeit soll an dem hier vorgestellten Patientenbeispiel exemplarisch dargestellt werden.

Material und Methoden: 60-jähriger Patient mit Hauptbronchusstumpfinsuffizienz mit vermindertem Allgemein- und Ernährungszustand nach erweiterter Pneumonektomie rechts aliene loco wegen Plattenepithelkarzinom pT1apN0M0L0V0R0G2 05/2010. Nach Thorakostomaanlage 07/2010 bei Pleuraempyem sowie mehrfachem frustranem Versuch der Sanierung der Fistel erfolgte die interdisziplinäre Vorstellung zur Planung der Defektdeckung 01/2011.

Ergebnisse: Plastisch-chirurgische Präparation des Musculus latissimus dorsi rechts mit anschließender thoraxchirurgischer Fixierung des Lappens intrathorakal unter videothorakoskopischer Assistenz 02/2011 (Abbildung 1 [Abb. 1]). Der Patient wurde postoperativ für eine Nacht auf die Intensivstation zur Überwachung übernommen. Am zweiten postoperativen Tag erfolgte auf Grund einer erneuten Insuffizienz eine Revisionsoperation mit offenem Bronchusfistelverschluss und Refixation des Muskellappens. Im weiteren postoperativen Verlauf ergaben sich keine Komplikationen. Die Thoraxdrainagen wurden fristgerecht entfernt. Der Patient wurde in deutlich verbessertem Ernährungs- und Allgemeinzustand entlassen.

Schlussfolgerung: Muskellappenplastiken zur Defektdeckung einer Bronchusstumpfinsuffizienz nach Pneumonektomie stellen eine etablierte Sanierungsmöglichkeit dar. Die Möglichkeit der videothorakoskopischen Assistenz zur Fixierung des Muskellappens wurde in der Literatur bislang nicht beschrieben. Bei gleichzeitigem Vorhandensein einer Abteilung für Thoraxchirurgie und Plastische Chirurgie ist eine optimale interdisziplinäre Betreuung eines solchen Hochrisikopatienten gegeben.