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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Vergleich der Erlössituation vor und nach Einführung des DRG-Systems am Beispiel der laparoskopischen Sigmaresektion

Meeting Abstract

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  • Markus Kleemann - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Claudia Killaitis - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Hans-Peter Bruch - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch558

DOI: 10.3205/12dgch558, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch5587

Published: April 23, 2012

© 2012 Kleemann et al.
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Einleitung: In Deutschland hat sich seit dem Jahr 2004 das Abrechnungssystem der stationären Krankenhausversorgung grundlegend verändert. Die Budgetierung der Krankenhäuser erfolgte bis 2003 auf Basis von Fallpauschalen und Sonderentgelten sowie Tagespflegesätzen. Das Prinzip des neuen Systems besteht nicht mehr in der Abrechnung nach Tagessätzen, sondern nach Fallpauschalen, sogenannten DRG (Diagnosis-Related Groups). Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Frage, welchen Einfluss die Einführung des DRG-Systems auf die erzielten Erlöse im Vergleich zu einem Zeitraum vor DRG-Einführung hatte.

Material und Methoden: Als Krankheitsentität dient die Sigmadivertikulitis, als Prozedur die laparoskopische Sigmaresektion. Die Datenauswertung erfolgte basierend auf einem prospektiven Patientenregister für laparoskopische colorektale Chirurgie. Anhand dieses Registers erfolgt die Datenauswertung über einen 4-Jahres-Zeitraum vor Einführung der DRGs (2000-2003) und nach Einführung der DRGs (2005-2008). Das Jahr 2004 wurde wegen der Konvergenzphase bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Die Auswertung der erzielten Erlöse erfolgte unter Berücksichtigung u.a. folgender klinischer Parameter: Alter, Geschlecht, Verweildauer, BMI, Schnitt-Naht-Zeit, intra- und postoperative Transfusion, Intensivaufenthalt und Minor- und Majorkomplikationen.

Ergebnisse: In diese Untersuchung sind über die beiden 4-Jahres-Zeiträume I und II insgesamt 472 Patienten eingeflossen, dies entspricht einem Anteil von 48,1% der im Register erfassten Patienten. Die Patienten aus beiden Zeiträumen sind hinsichtlich Alter, Geschlecht, Operationsdauer und Komplikationsrate vergleichbar. Der Vergleich der erzielten Erlöse beider Untersuchungszeiträume zeigt, dass im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein – Campus Lübeck nach Einführung des DRG-Systems pro Patient im Mittel ein höherer Erlös generiert wurde, als im Vergleichszeitraum ohne DRG. Der absolute Mehrerlös betrug bei dem vorgestellten Patientenkollektiv im Mittel pro Fall 2.545,50 €. Dies entspricht einer Zunahme von 44,94%. Positiv auffällig war, dass insbesondere bei komplikationsreichem Verlauf mit einem erhöhten Behandlungsaufwand ein deutlich höherer Erlös im Vergleich zur Vor-DRG-Ära erzielt werden konnte.

Tabelle 1 [Tab. 1]

Schlussfolgerung: Als wesentliche Aussage dieser Arbeit kann festgehalten werden, dass die Einführung der DRG im genannten Patientenkollektiv nicht zu Mindererlösen für das Klinikum führt. Ganz im Gegenteil zeigt sich ein deutlicher mittlerer Zuwachs der Erlöse bei einem vergleichbaren Patientenkollektiv, insbesondere bei komplizierten Behandlungsverläufen. Der verursachte Mehraufwand ist im DRG-System abzubilden.