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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Kooperationsmodell einer Klinik der Grund- und Regelversorgung mit einer Universitätsklinik: Portal- oder Kooperationsmodell?

Meeting Abstract

  • Sebastian Birker - Klinik Blankenstein, Chirurgie, Hattingen
  • Andreas Redel - Klinik Blankenstein, Chirurgie, Hattingen
  • Fariborz Majidian - Klinik Blankenstein, Chirurgie, Hattingen
  • Wolfgang Hendlmeier - Klinik Blankenstein, Chirurgie, Hattingen
  • Bernd Bolik - St. Josef Hospital Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum
  • Christophe Müller - St. Josef Hospital Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum
  • Waldemar Uhl - St. Josef Hospital Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch556

DOI: 10.3205/12dgch556, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch5563

Published: April 23, 2012

© 2012 Birker et al.
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Einleitung: Das Gesundheitssystem ist in einem massiven Wandel und kleine Kliniken kämpfen ums Überleben. Durch Verbundbildung entstehen Portalkliniken und Medizinische Versorgungszentren. Dies bedeutet für ältere und multimorbide Patienten mit schwachem sozialem Netzwerk häufig eine heimatferne Versorgung. Nachteile für die kleinen Kliniken und das Personal sind das schmale Behandlungsspektrum mit geringer Weiterbildungsmöglichkeit. Wir stellen hier ein Kooperationsmodell zwischen einem Haus der Grund- und Regelversorgung mit einer Universitätsklinik vor, die keinen Portalcharakter hat.

Material und Methoden: Im Zuge eines Chefarztwechsels wurde die Klinik Blankenstein in einer Holdingstruktur im chirurgischen Bereich an die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Josef Hospital, Universitätsklinik der Ruhr-Universität angegliedert. Diese Klinik der Grund- und Regelversorgung hat 174 Betten, davon 41 Betten für die chirurgische Abteilung, die gemeinsam für Allgemeinchirurgie und Unfallchirurgie/Orthopädie aufgeteilt sind. Zwei Oberärzte und die Behandlungsalgorhythmen wurden vom Haupthaus etabliert. Durch diese Kooperation wurde in beiden Kliniken das gleiche Behandlungsspektrum angeboten.

Ergebnisse: Im Zeitraum 10/2007 bis 11/2009 wurde das chirurgische Leistungsspektrum in Blankenstein ohne Qualitätsverlust erweitert. Im Bereich der Standardeingriffe wurden die eigenständig rekrutierten Patienten signifikant gesteigert: z.B. lap. Sigmaresektionen (von n=4 auf n=43 pro Jahr); lap. Hernienversorgung (von n=0 auf n=102). In der großen Viszeralchirurgie wurden Patienten vom Haupthaus als „Überlauf“ übernommen und dort mit der Qualität der Zentrumsklinik operiert (z.B. Pankreaseingriffe n=59 oder Steigerung der Rektumresektionen von n=4 auf n=20).

Der effektive Casemix für Eingriffe im allgemeinchirurgischen Bereich im kleinen Haus wurde damit kontinuierlich auf das Fünffache gesteigert (von 180 auf 970 CM-Punkten bei einem CMI von 1,42).

Schlussfolgerung: Das synergistische Kooperationsmodell mit qualitativ hochwertiger heimatnaher Behandlung steigerte die Fallzahlen und durch das „Überlaufventil“ des Haupthauses die Fallschwere im kleinen Haus. Dadurch konnte die Auslastung und die Erlössituation bedeutend verbessert werden. In einer win-win-Situation gewinnt die große Klinik Flexibilität, was Wartelisten verkürzt und damit die Patientenzufriedenheit erhöht. Diese Diversifizierung ist für die Pflege und die Ärzte gleichermaßen interessant – für Ärzte insbesondere für die Weiterbildung.