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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Neue Therapie-Ansätze für das Ösophaguskarzinom: Immunhistochemische Expressionsanalysen potentieller molekularer Targets von Antikörper-basierten Therapien

Meeting Abstract

  • Jessica Maurer - UKM Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Mathias Fritz - UKM Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Sören Torge Mees - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Matthias Brüwer - UKM Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Norbert Senninger - Universitätsklinikum Münster /WWU, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Jörg Haier - UKM Münster, Comprehensive Cancer Center Münster, Münster
  • Gabriele Köhler - UKM Münster, Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie, Münster
  • Richard Hummel - UKM Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch287

DOI: 10.3205/12dgch287, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2879

Published: April 23, 2012

© 2012 Maurer et al.
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Einleitung: Trotz multimodaler Therapiekonzepte ist die Prognose des Ösophaguskarzinoms immer noch infaust. Antikörper-basierte Therapien haben in letzter Zeit bei anderen Malignomen ein enormes Potential bewiesen, weshalb wir mögliche Targets für Antikörper-basierte Therapien im Adeno (EAC)- und Plattenepithelkarzinom (ESCC) des Ösophagus untersuchten.

Material und Methoden: Wir führten immunhistochemische Analysen bezüglich der Expression von TIMP-4, TIMP-3, VEGF-R, c-erbB2 (Her2/neu) und CD117 (c-kit) im Tumor und umliegenden Gewebe an 171 EAC- und ESCC-Ösophagusresektions-Präparaten (2000-2008) durch. Klinische Daten wurden retrospektiv ausgewertet.

Ergebnisse: Bei nicht neoadjuvant behandelten Patienten zeigte sich, dass nahezu alle Marker häufiger im Tumor exprimiert wurden als in gesunder Mukosa, einzig VEGF-R war in beiden Geweben in über 98% exprimiert. In 89-100% der Tumoren beider Entitäten wurden TIMP-4, TIMP-3 und VEGF-R exprimiert, C-erbB2 und CD117 wurden lediglich in 45-87% der Tumoren exprimiert. TIMP-4, TIMP-3, c-erbB2 und CD117 (EAC) bzw. TIMP-4, TIMP-3 und CD117 (ESCC) waren hierbei signifikant häufiger im Tumorgewebe exprimiert als in gesundem Gewebe.

Bei neoadjuvant vorbehandelten Patienten beider Entitäten lag die Expression von TIMP-4, TIMP-3 und CD117 im Tumorgewebe wieder über der in gesunder Mukosa, jedoch zeigte nur TIMP-4 eine signifikant erhöhte Expression im Tumor (88-100% vs. 13-28%). Auffällig war, dass VEGF-R (100% versus 85-88%) und c-erbB2 (79-93% versus 67-82%) tendenziell häufiger in gesunder Mukosa exprimiert waren als in Tumorgewebe.

Mithilfe einer Matched Pair Analyse verglichen wir die Expression der Marker in unbehandelten versus behandelten Tumoren. Hierbei zeigte sich, dass nur TIMP-3 bei neoadjuvant behandelten Patienten signifikant seltener exprimiert wurde als bei unbehandelten Patienten (EAC: p=0.059; ESCC: p=0.006).

Schlussfolgerung: Aufgrund der hohen Expressionsraten in Tumoren scheinen TIMP-4, TIMP-3 und VEGF-R besonders für eine Targeted-Therapie des Ösophaguskarzinoms zu qualifizieren. Das vielversprechendste Antigen scheint TIMP-4 zu sein, da VEGF-R aufgrund der hohen Expressionsrate in gesundem Gewebe eine schlechtere Verträglichkeit aufweisen könnte, und TIMP-3 nach neoadjuvanter Therapie herunterreguliert ist.