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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Mitten durch das Herz – Eine Machbarkeitsstudie für einen antegrad-transseptalen Zugang zur Stent-Graft-Platzierung in der aufsteigenden Aorta am Schweine-Modell

Meeting Abstract

  • Sabine Wipper - Universitäres Herzzentrum Hamburg Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin, Hamburg
  • Christina Lohrenz - Universitäres Herzzentrum Hamburg Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin, Hamburg
  • Klaas Peymann - Universitäres Herzzentrum Hamburg Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin, Hamburg
  • Arman Ivoghli - Universitäres Herzzentrum Hamburg Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin, Hamburg
  • Axel Larena-Avellaneda - Universitäres Herzzentrum Hamburg Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin, Hamburg
  • Sebastian Carpenter - Universitäres Herzzentrum Hamburg Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin, Hamburg
  • Sebastian Debus - Universitäres Herzzentrum Hamburg Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin, Hamburg
  • Tilo Kölbel - Universitäres Herzzentrum Hamburg Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch161

DOI: 10.3205/12dgch161, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch1617

Published: April 23, 2012

© 2012 Wipper et al.
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Text

Einleitung: Aktuell werden Aneurysmen und Dissektionen der aufsteigenden Aorta und des Aortenbogens durch offene Chirurgie mit Hilfe der Herz-Lungen Maschine versorgt. Ziel der Studie war es, die Machbarkeit und die hämodynamischen Auswirkungen des antegrad-transseptalen Zugangs zur aufsteigenden Aorta für Stent-Graft-Einführung und Platzierung mit Durchzugsdraht-Technik in einem Schweine-Modell zu testen.

Material und Methoden: Die transseptale Punktion wurde an 6 Hausschweinen (54 ± 6kgBW) von der unteren Hohlvene ausgehend durchgeführt und ein Durchzugsdraht antegrad über das linke Herz durch Mitral-und Aortanklappe in die aufsteigende Aorta eingeführt. Custom-made Endografts bestehend aus Polyester-Rohr und zwei Nitinol-Stents (Durchmesser 24 mm, Länge 32 mm) wurden über den transvenösen antegraden Zugang unter Durchleuchtung in die aufsteigenden Aorta vorgeschoben. Für die quantitative Beurteilung der myokardialen und zerebralen Perfusion wurden Fluoreszenz-Mikrosphären (FM) injiziert und eine Ultraschall-Flussmessung (TTFM) an der Halsschlagader durchgeführt. Die hämodynamischen Parameter wurden nach standardisiertem Protokoll während der Baseline (M1), Schleusenanlage (M2), Stent-Graft-Plazierung (M3) und nach dem Zurückziehen des Plazierungssystems (M4) gemessen und analysiert.

Ergebnisse: Herzzeitvolumen-, Herzfrequenz und zentralvenöser Druck waren während der gesamten Studie bei allen Tieren stabil (p=n.s.). Die Stentgraft Applikation in der aufsteigenden Aorta konnte erfolgreich in allen Tieren durchgeführt werden und die Koronararterien waren in allen 6 Tieren offen. Bei vier Tieren (66%) war der Truncus bracheocephalicus teilweise überstentet, was sich in reduziertem TTFM Fluss und reduzierter cerebraler FM Konzentration zeigte. Während Vorschieben des Stent-Graft trat eine vorübergehende und reversible hämodynamische Instabilität infolge einer schweren Mitralklappeninsuffizienz auf, mit deutlich erhöhter Ratio zwischen pulmonal-arteriellem Druck (PAD) und mittlerem-arteriellem Druck (MAD) (p <0,001). Nach Rückzug des Plazierungssystems (M4) stabilisierte sich die Hämodynamik innerhalb von zehn Minuten in allen Tieren vollständig.

Schlussfolgerung: Der transseptale Zugang zur aufsteigenden Aorta in einem Schweine-Modell ist machbar. Die hämodynamische Instabilität ist transient und vollkommen reversibel. Die Stentgraft Behandlung im Bereich der Aufsteigenden Aorta und des Aortenbogens könnte in Zukunft eine Alternative zur offenen Chirurgie sein.