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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Keine relevant verbesserte Prognosevorhersage für das kolorektale Karzinom durch die neue siebte TNM Klassifikation

Meeting Abstract

  • Ulrich Nitsche - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Matthias Maak - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Tibor Schuster - Klinikum rechts der Isar, Institut für Statistik und Epidemiologie, München
  • Beat Künzli - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Ruppert Langer - Klinikum rechts der Isar, Institut für Pathologie und Pathologische Anatomie, München
  • Julia Slotta-Huspenina - Klinikum rechts der Isar, Institut für Pathologie und Pathologische Anatomie, München
  • Franz G. Bader - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Klaus-Peter Janssen - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Helmut Friess - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Robert Rosenberg - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch116

DOI: 10.3205/12dgch116, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch1168

Published: April 23, 2012

© 2012 Nitsche et al.
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Einleitung: 2009 wurde die sechste TNM Klassifikation durch die siebte abgelöst mit dem Ziel, eine genauere Prognosevorhersage zu ermöglichen. Dabei hat die Komplexität erheblich zugenommen. Die prognostische Güte der neuen siebten TNM Klassifikation für das kolorektale Karzinom sollte untersucht werden.

Material und Methoden: Zwischen 1990 und 2006 wurden 2229 Patienten aufgrund eines kolorektalen Karzinoms an unserer Klinik operiert. Die Einteilungen aller Patienten nach der sechsten und siebten Edition sowie einem weiteren auf klinischen und histopathologischen Daten beruhenden Modell wurden prognostisch gegeneinander verglichen.

Ergebnisse: Entsprechend der sechsten Version ergab sich ein 5-Jahresüberleben von 96% für das Stadium I, 90% für IIA, 86% für IIB, 90% für IIIA, 72% für IIIB, 48% für IIIC und 13% für IV. Nach der siebten Version war das 5-Jahresüberleben 96% für Stadium I, 90% für IIA, 84% für IIB, 87% für IIC, 89% für IIIA, 72% für IIIB, 36% für IIIC, 15% für IVA und 10% für IVB. Es wurden insgesamt nur 155 Patienten (7%) umklassifiziert: von IIB nach IIC (2%), von IIIB nach IIIC (1%), und von IIIC nach IIIA/B (4%). Die siebte Edition (C-Index 0.83, 95% KI 0.82-0.85) erbrachte keine relevante Verbesserung der Prognosebestimmung im Vergleich zur sechsten Edition (C-Index 0.83, 95% KI 0.82-0.84) oder zu dem unabhängigen statistischen Modell (C-Index 0.84, 95% KI 0.83-0.86).

Schlussfolgerung: Die siebte TNM Klassifikation für das kolorektale Karzinom wurde deutlich komplexer, eine genauere Prognosevorhersage erlaubt sie jedoch nicht.