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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Postoperative Komplikationen nach kombinierter Pankreas-Nieren-Transplantation – portal-venös versus systemisch-venös

Meeting Abstract

  • Anastasia Teodoridis - Ruhr-Universität Bochum, Chirurgische Universitätsklinik, Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, Bochum
  • Peter Schenker - Ruhr Universität Bochum, Knappschaftskrankenhaus Bochum, Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, Bochum
  • Andreas Wunsch - Ruhr-Universität Bochum, Chirurgische Universitätsklinik, Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, Bochum
  • Richard Viebahn - Ruhr-Universität Bochum, Chirurgische Universitätsklinik, Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch068

DOI: 10.3205/12dgch068, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0680

Published: April 23, 2012

© 2012 Teodoridis et al.
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Text

Einleitung: Obwohl bei der Pankreastransplantation (PTX) die portal-venöse (pv) Anastomose im Vergleich zur systemisch-venösen (sv) Anastomose als physiologischer gilt, werden weltweit die meisten Transplantatpankreata systemisch-venös drainiert.

Material und Methoden: In den Jahren 2005-2008 wurden am Transplantationszentrum Bochum insgesamt 83 PTX, davon 72 als kombinierte Pankreas-Nierentransplantationen (PNTX), durchgeführt. Hierbei erfolgte eine Umstellung von der systemisch-venösen (n=38) auf die portal-venöse (n=45) Drainagetechnik und es wurden retrospektiv die chirurgischen Komplikationen in Abhängigkeit von der Drainagetechnik untersucht.

Ergebnisse: Der Anteil der postoperatien Pankreastransplantat-Verluste ist in der sv-drainierten Gruppe und in der pv-drainierten Gruppe vergleichbar. Intraoperativ kam es bei zwei Patienten der pv-drainierten Gruppe und bei einem Patienten der sv-drainierten Gruppe zur Thrombose der A. lienalis des Pankreastransplantates mit erfolgreicher Thrombektomie im Rahmen der Transplantation. Bei einer Patientin musste intraoperativ die pv-Anastomose gelöst und eine sv-Anastomose durchgeführt werden. Unter Aussschluss dieser Patientin war die mittlere Operationszeit bei der kombinierten PNTX mit pv-Anastomose 20,2 Minuten länger als bei der PNTX mit sv Anastomose (p=0,204). Die Krankenhausverweildauer ist in beiden Gruppen mit 44,5 Tagen (pv) versus 47,1 Tagen (sv) vergleichbar. Ebenso finden sich keine signifikanten Unterschiede beim Auftreten von chirurgischen Komplikationen wie Nachblutung, Wundheilungsstörung, Transplantatpankreatitis, Anastomoseninsuffizienz usw.

Schlussfolgerung: Die Umstellung der venösen Drainagetechnik von sv auf pv geht nicht mit höheren Komplikationsraten einher. Allerdings sollte intraoperativ bei jedem einzelnen Patienten eine kritische Beurteilung des Situs und die individuelle Wahl der venösen Drainagetechnik erfolgen.