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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

11C-Methionin PET/CT steigert die Rate an korrekt lokalisierte Nebenschilddrüsenadenome beim Hyperparathyreoidismus

Meeting Abstract

  • Christina Haane - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Peter Gaßmann - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Norbert Senninger - Universitätsklinikum Münster /WWU, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Mario Colombo-Benkmann - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch010

DOI: 10.3205/12dgch010, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0104

Published: April 23, 2012

© 2012 Haane et al.
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Einleitung: Präzise präoperative Lokalisationsdiagnostik von Nebenschilddrüsenadenomen (NSD-A) ist entscheidend für eine fokussierte Operation beim Hyperparathyreoidismus (HPT). Der Lokalisationsstandard beinhaltet zervikale Ultrasonographie (zUS) und 99Tc-Methoxy-Isobutyl-Isonitril-Szinitigraphie (MIBI) als Single-photon-emission-computed-tomography (SPECT). Als zusätzliche Lokalisationsmethode von NSD-A steht die 11C-Methionin Positronemissiontomographie-Computerthomographie (Met-PET/CT) zur Verfügung. Ziel war eine prospektive Untersuchung welche die Met-PET/CT hinsichtlich ihres Stellenwertes für die Lokalisation von NSD-A evaluieren soll.

Material und Methoden: 15 Patienten mit laborchemisch nachgewiesenem primärem HPT (pHPT) und einen Patient mit tertiärem HPT (tHPT) männlich:weiblich 5:11; Alter 51 Jahre (± 11 [34-71]); Zeitraum 2009 bis 2010. Die Diagnostik umfasste zUS (7.5 MHz) und MIBI-SPECT. Eine Met-PET/CT wurde nur bei sowohl negativer zUS als auch negativer MIBI-SPECT durchgeführt. Das chirurgische Vorgehen wurde entsprechend der Bildgebung festgelegt. Es erfolgte ein intraoperativer Gefrierschnitt sowie ein Parathormonschnelltest (PTH).

Ergebnisse: Mittels zUS wurde bei 10 Patienten (62,5%), mittels MIBI-SPECT bei 11 Patienten (69%) je ein singuläres zervikales NSD-A korrekt lokalisiert. Bei fünf Patienten mit negativer zUS und MIBI-SPECT wurde eine Met-PET/CT durchgeführt, die bei 4 Patienten je ein singuläres zervikales NSD-A und bei einem Patienten mit tertiärem HPT ein singuläres mediastinales NSD-A korrekt lokalisierte. Bei einem Patienten war kein NSD-A nachzuweisen. Aufgrund der kombinierten Ergebnisse konnte bei 8 Patienten ein minimalinvasives Vorgehen und bei 6 Patienten eine fokussierte offene PTX durchgeführt werden. Der Patient mit tHPT und mediastinalem NSD-A wurde mittels transsternaler PTX ohne erneute zervikale Exploration therapiert. Mit Ausnahme des Patienten mit negativem Ergebnis aller drei bildgebenden Verfahren, fiel der intraoperative Parathormontest unterhalb 50% des Ausgangswertes bei Bestätigung des NSD-A in der Gefrierschnittuntersuchung.

Schlussfolgerung: Die zusätzliche Durchführung eines Met-PET/CT bei negativer zUS und MIBI steigert die Rate korrekt lokalisierter NSD-A und ermöglicht ein fokussiertes Vorgehen. In Kombination mit intraoperativem PTH-Schnelltest und Gefrierschnittuntersuchung lassen sich unnötige zervikale Explorationen vermeiden. Bei Patienten mit negativer zUS und MIBI beim HPT sollte ein Met-PET/CT durchgeführt werden.