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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Die Facharztausbildung in der Herzchirurgie – Eine Gefahr für die Patienten?

Meeting Abstract

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  • Tobias Schilling - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Axel Haverich - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch757

DOI: 10.3205/11dgch757, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch7575

Published: May 20, 2011

© 2011 Schilling et al.
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Einleitung: Die Diskussion um die Lernkurve junger Chirurgen und Optionen der Facharztausbildung sowie Patientensicherheit erfährt im Rahmen der Einführung innovativer Technologien neuen Anschub. Wir untersuchen am Beispiel von Herzklappenoperationen in Hannover, ob die Ausbildung von Fachärzten mit einem erhöhten perioperativem Risiko vergesellschaftet ist. Untersucht wird der Einfluss des Operateurs auf eine verlängerte Intensivliegezeit und den Blutkonservenbedarf.

Material und Methoden: Anhand von 1.262 isolierten Aorten- und Mitralklappenoperationen innerhalb von 6 Jahren wurde der Einfluss des Operateurs auf eine verlängerte Intensivliegezeit und den Blutkonservenbedarf untersucht. Eine verlängerte Intensivliegezeit wurde dabei als Zeitraum ≥7 Tage, ein Blutkonservenverbrauch während des Aufenthaltes von ≥6 Erythrozytenkonzentraten als vermehrt definiert. Die Schwere der Erkrankung wurde anhand der Euroscore-Werte für jeden Patienten stratifiziert.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 1.262 Herzklappenoperationen von 35 Operateuren durchgeführt, von denen 9 (6 Fachärzte, 3 Assistenten) mindestens 40 Herzklappenoperationen im Untersuchungszeitraum durchgeführt haben. Die durchschnittliche Intensivliegezeit aller Patienten lag bei 2,92 Tagen ± 4,66 StAbw, der durchschnittliche EuroScore-Wert bei 4,42 ± 2,66 StAbw. Die Assistenten in Weiterbildung behandelten Patienten mit einem geringfügig niedrigeren Euroscore-Wert als die Fachärzte (s. Tabelle 1 [Tab. 1]). Sowohl die Intensivliegezeit (Abbildung 1 [Abb. 1]) als auch der Blutkonservenverbrauch (Abbildung 2 [Abb. 1]) zeigte sich in der Gruppe der Assistenzärzte geringer, als in der Gruppe der Fachärzte (p<0,05).

Schlussfolgerung: Zur Beurteilung der operativen Leistung einzelner Chirurgen und dem damit verbundenen Einfluss auf die definierten Endpunkte ist eine kritische, risikoadjustierte Betrachtung erforderlich. Bei einer sorgfältigen, präoperativen Risikostratifizierung und mit einem systematischen Ausbildungssystem lassen sich auch herzchirurgische Eingriffe als Ausbildungsoperationen durchführen, ohne dass diese ein primär erhöhtes Risiko für die Patienten darstellen. Mortalität konnte als Endpunkt nicht gewählt werden, weil in der Stichprobe mit 9 (0,71%) verstorbenen Patienten hierzu keine statistische Aussage getroffen werden kann.