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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Metabolisch optimiertes „Fast Track“ Konzept in der Allgemeinchirurgie (MOFA)

Meeting Abstract

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  • Axel Denz - Universitätsklinikum Dresden, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch697

DOI: 10.3205/11dgch697, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch6976

Published: May 20, 2011

© 2011 Denz.
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Einleitung: Im Rahmen der perioperativ auftretenden Risikokonstellation aus Hypothermie, Flüssigkeitsfehlverteilung, Gerinnungsstörung, posttraumatischer Stressreaktion, Schmerzen und Immobilisation, sowie gastrointestinaler Atonie und Insulinresistenz erscheint ein multimodaler metabolisch optimierter Patientenpfad in der Lage zu sein, die Behandlungsqualität sowie die Patientenzufriedenheit bei verkürzter Verweildauer und erhöhtem Patientenkomfort zu verbessern.

Material und Methoden: Dazu wurden das Dresdner Standard Fast Track Konzept (n=34) in einer prospektiv randomisierten unverblindeten Studie mit einem metabolisch optimierten Fast Track Konzept (n=39) mit Gabe von Fischöl bei Kolon und Lebereingriffen verglichen. Ziel dieser Untersuchung war es bei Patienten mit Eingriffen am Kolon oder an der Leber, eine Verminderung allgemeiner postoperativer Komplikationen nachzuweisen.

Ergebnisse: Durch das MOFA Konzept konnte ein früheres Einsetzen der Darmfunktion um 12h (p=0,018) gezeigt werden. Der Erkrankungsschweregrad (SAPS II Score) der Patienten fiel in der MOFA-Gruppe bei vergleichbarem Pflegeaufwand (TISS 28 Score) signifikant schneller als in der Kontrollgruppe ab (p=0,021). Das Überschießen der humoralen und zellulären Immunantwort konnte durch das MOFA-Konzept bei erhaltener physiologischer pro-inflammatorischer Auslenkung eingedämmt werden: Die TNFa Spiegel waren hierbei in der Gesamtkohorte am 3. postoperativen Tag in der MOFA-Gruppe reduziert (p=0,03). In der Kolongruppe verlief die Leukozytenantwort in der MOFA-Gruppe gedämpfter (p=0,024). Ebenso war eine Vermeidung der exzessiven pro-inflammatorischen Antwort nach Leberchirurgie anhand signifikant moderaterer Interleukin 6/Interleukin 10 Ratios zu erkennen (p=0,028). Die beobachteten Krankenhausverweildauern waren gegenüber dem bundesweiten InEK-Benchmark nahezu halbiert.

Schlussfolgerung: Die gefundenen Ergebnisse bestätigen das von den Autoren und Anderen postulierte Konzept der Vermeidung einer überschießenden Immunreaktion auf einen exogenen Stimulus bei erhaltener physiologischer Schwingungsfähigkeit durch den Einsatz von Omega-3 Fettsäuren, sowie die Präservation von Organfunktionen. Dass sich die nachgewiesene schnellere Erholung der MOFA-Patienten gemessen am Erkrankungsschweregrad SAPS II nicht in einer signifikant verkürzten Krankenhausverweildauer niedergeschlagen hat, ist einerseits dem gegenüber dem Bundesbenchmark optimierten Dresdner Standardkonzept und auch einer für diesen sekundären Endpunkt nicht adäquaten Fallzahl zuzuordnen.