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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Komplikationen und Langzeitverlauf nach Leberresektion bei Patienten mit Adipositas und hepatischer Steatose

Meeting Abstract

  • Wolfgang Thasler - Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Carsta Stielow - Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Karl-Walter Jauch - Universitätsklinikum der LMU München-Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Markus Rentsch - Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch621

DOI: 10.3205/11dgch621, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch6219

Published: May 20, 2011

© 2011 Thasler et al.
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Text

Einleitung: Die Adipositas spielt eine bedeutende Rolle in der Entstehung der hepatischen Steatose und Steatohepatitis. Neben Überernährung stellen Alkohol und Chemotherapie die wesentlichen bekannten Risikofaktoren für eine Leberverfettung dar. Darüber hinaus wird ein Body mass index (BMI) größer 30 kg/m2 als unabhängiger perioperativer Risikofaktor diskutiert.

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, den Einfluss der Adipositas und der hepatischen Steatose auf peri- und postoperative Komplikationen und den Langzeitverlauf nach Leberresektion zu untersuchen.

Material und Methoden: In einer retrospektiven Analyse von 506 Patienten nach Leberresektion im Zeitraum von 2003 bis 2009, wurden diejenigen mit einem BMI ≥ 30 kg/m2 mit einer an Alter und Komorbidität angepassten Kontrollgruppe (BMI≤ 25 kg/m2) verglichen. Aus Kryogewebeproben wurden mittels rtPCR die mRNA von sterol regulatory element-protein 2 (SREBP2) als Marker für die Steatohepatitis quantifiziert. Am histologischen Schnitt der Resektionspräparate wurde der Grad der mikro- und makrovesikulären Verfettung bestimmt und der Morbidität (Klassifikation nach Dindo-Clavien) und dem klinischen Verlauf (medianer Nachuntersuchungszeitraum 44 Monate) gegenüber gestellt.

Ergebnisse: Von den 506 Patienten hatten n=62 einen BMI ≥30 (12,3%) und davon wiederum n=53 eine Steatose (86%). Der Grad der Steatose korrelierte mit der SREBP2 Expression im Lebergewebe.

Sowohl die Patienten mit Adipositas als auch die mit Steatose wiesen keine erhöhte peri- und postoperative Morbidität (48% vs. 43%) oder Mortalität ( 2% vs. 5%) im Vergleich zur Kontrollgruppe auf (p<0,05). Die Rate schwerer Komplikationen (Dindo-Clavien >IIIa) betrug in beiden Gruppen 24% unabhängig vom Resektionsausmaß.

Schlussfolgerung: Ein BMI größer 30 kg/m2 korreliert signifikant mit einer hepatische Steatose und Steatohepatitis. Jedoch beinflussen weder BMI noch die Steatose die Langzeitprognose (medianes Überleben) bzw. die Rezidivrate sowohl bei primären als auch bei sekundären Lebertumoren. Bei nicht signifikant erhöhter Mortalität gibt es keine Rechtfertigung einer eingeschränkten Indikationsstellung zur Leberresektion bei adipösen Patienten.