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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Die postoperative Morbidität nach präoperativem DHC Stenting ist bei Gallenwegsinfektionen mit resistenten Mikroorganismen erhöht

Meeting Abstract

  • Torsten Herzog - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Schapoor Hessam - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Monika Janot - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Dominique Sülberg - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Orlin Belyaev - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Ansgar Chromik - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Uwe Bergmann - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Christophe Müller - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Waldemar Uhl - St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr Universität, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch593

DOI: 10.3205/11dgch593, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch5931

Published: May 20, 2011

© 2011 Herzog et al.
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Text

Einleitung: Die präoperative biliäre Drainage (PBD) führt zu einer polimikrobiellen Infektion der Gallenwege (Herzog et al., J Clin Gastroenterol 2009). Die postoperative Morbidität ist dadurch jedoch nicht bei allen Patienten erhöht. Es bestehen jedoch Hinweise dafür, dass das Risiko für postoperative Komplikationen bei Patienten mit besonders virulenten Keimen in den Gallenwegen erhöht ist.

Material und Methoden: Innerhalb eines Zeitraums von 42 Monaten wurde bei allen Pankreaseingriffen mit Anlage einer biliodigestiven Anastomose (n=301) intraoperativ ein Gallengangsabstrich entnommen. Die mikrobielle Kultur umfasste die Identifikation der einzelnen Spezies sowie die Testung auf Antibiotikaresistenzen.

Ergebnisse: Die PBD führte bei 87 % (144/166) der Patienten zu einer Gallenwegsinfektion, wohingegen bei Patienten ohne PBD in 21% (28/135) der Patienten Gallenwegesinfekte nachweisbar waren (p=0.001). Die postoperative Morbidität war 41% (68/166) bei Patienten mit PBD, vs. 39% (53/135) bei Patienten ohne PBD (p=0.746). Bei Patienten mit einer positiven Gallengangskultur betrug die postoperative Morbidität 44 % (75/172), vs. 36% (46/129) beim Vorliegen negativer Gallengangsabstiche (p=0.164). Enterococcus faecium und MRSA waren die Spezies welche am häufigsten gegen die üblichen Antibiotika Resistenzen aufwiesen. Bei Patienten mit E. faecium betrug die postoperative Morbidität 54 % (25/46), vs. 38 % (96/255) bei Patienten ohne E. faecium (p=0.033); bei Patienten mit MRSA 100 % (3/3), vs. 40% (118/298) bei Patienten ohne MRSA (p=0.064). Die Rate der Gallenwegsinfekte mit E. faecium nach PBD lag bei 26 % (43/166), vs. 2 % (3/135) bei Patienten ohne PBD (p=0.001). Alle Patienten mit MRSA hatten eine PBD erhalten.

Schlussfolgerung: Nach PBD bestehen häufig Gallenwegsinfekte mit resistenten Mikroorganismen. Bei diesen Patienten ist die postoperative Morbidität erhöht. Bei vielen Patienten mit Verschlußikterus ist eine PBD dennoch sinnvoll. Chirurgen und Gastroenterologen sollten jedoch Kenntnisse über die krankenhauseigenen Resistenzen besitzen. Ein Abstrich bei der ERC ermöglicht die Identifikation von Risikopatienten. Ob sich durch eine präoperative antibiogrammgerechte Therapie resistente Mikroorganismen eliminieren lassen bleibt abzuwarten.