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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Supraaortale Hybrideingriffe zur Behandlung komplexer bogennaher Aortenpathologien

Meeting Abstract

  • Stefan Ockert - Klinikum rechts der Isar, Gefäßchirurgie, München
  • Felix Härtl - Klinikum rechts der Isar, Gefäßchirurgie, München
  • Manuela Wilhelm - Klinikum rechts der Isar, Gefäßchirurgie, München
  • Christian Reeps - Klinikum rechts der Isar, Gefäßchirurgie, München
  • Hans-Henning Eckstein - Klinikum rechts der Isar, Gefäßchirurgie, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch579

DOI: 10.3205/11dgch579, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch5794

Published: May 20, 2011

© 2011 Ockert et al.
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Text

Einleitung: Durch die Kombination offen-chirurgischer Operationen mit endovaskulären Techniken besteht die Möglichkeit komplexe Morphologien im Bereich des Aortenbogens unter Vermeidung extrakorporaler Perfusion (HLM) zu behandeln.Ziel der Untersuchung stellt die Analyse prozeduraler Komplikationen nach supraaortalen Hybridoperationen im perioperativen sowie mittelfristigen Verlauf dar.

Material und Methoden: Alle Patienten bei denen im Zeitraum von 12/2004-09/2010 eine supraaortale Rekonstruktion (Subclaviatransposition; Carotis-Subclavia Bypass; Ascendensersatz) in Kombination mit einer thorakalen endovaskulären Versorgung durchgeführt wurde, wurden in die Untersuchung eingeschlossen.Die Patienten erhielten im Beobachtungszeitraum regelmäßig klinische und bildgebende Kontrolluntersuchungen (CT-Angiographie) zum Ausschluss prozeduraler Komplikationen. Folgende Endpunkte wurden perioperativ und im Follow-up erfasst: Morbidität/Mortalität; Inzidenz von Endoleckagen (EL).

Ergebnisse: Im Untersuchungszeitraum wurden an 28 Patienten supraaortale Hybridoperationen durchgeführt. An Pathologien lagen 4x thorakoabdominelle Aneurysmen (TAAA; 14.3%), 13x thorakale Aneurysmen (TAA; 46.4%) und in 11 Fällen Dissektionen (39.3%) vor. Die technische Erfolgsrate lag bei 100%, primäre Konversionen wurden nicht durchgeführt. Die perioperative Mortalität lag bei 7.2% (1x Ruptur TAAA; 1x Z.n. Bogenersatz bei A-Dissektion mit Rest-B Dissektion). In vier Fällen (14.3%) zeigte die postoperative Kontroll-CTA eine Typ I Endoleckage. Im Rahmen des Follow-up (mittl. 29.5 Monate) waren insgesamt 5 Patienten verstorben (17.9%) verstorben. Sekundäre Typ I Endoleckagen traten in 5 Fällen (17.9) im untersuchten Krankengut auf, wovon 1 Patient konventionell-offen und 2 Patienten einem Endorepair unterzogen wurden.

Schlussfolgerung: Supraaortale Hybridoperationen stellen Eingriffe für ein hoch selektioniertes Patientengut dar, die aufgrund ihres individuell eingeschränkten Allgemeinzustandes für ein belastendes kardiochirurgisches Verfahren unter Einsatz der Herz-Lungenmaschiene nicht geeignet sind. Die perioperativen Ergebnisse supraaortaler Kombinationseingriffe sind akzeptabel, bei relevanten prozeduralen Komplikationen. Bei fehlender Behandlungsalternative rechtfertigen die vorgelegten Ergebnisse im Vergleich zur eingeschränkten Lebenserwartung der Patienten im natürlichen Krankheitsverlauf den Einsatz supraaortaler Hybrideingriffe.