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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Normotherme azelluläre Ex vivo Leberperfusion (NEVLP): Eine neue Strategie zur Konservierung und Evaluation marginaler Organe vor einer Lebertransplantation

Meeting Abstract

  • Markus U. Boehnert - Toronto General Hospital, Multi Organ Transplant Program, Toronto
  • J. Yeung - Toronto General Hospital, Multi Organ Transplant Program, Toronto
  • F. Bazerbachi - Toronto General Hospital, Multi Organ Transplant Program, Toronto
  • N. Selzner - Toronto General Hospital, Multi Organ Transplant Program, Toronto
  • S. Keshavjee - Toronto General Hospital, Multi Organ Transplant Program, Toronto
  • G.A. Levy - Toronto General Hospital, Multi Organ Transplant Program, Toronto
  • D.R. Grant - Toronto General Hospital, Multi Organ Transplant Program, Toronto
  • M. Selzner - Toronto General Hospital, Multi Organ Transplant Program, Toronto

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch453

DOI: 10.3205/11dgch453, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch4530

Published: May 20, 2011

© 2011 Boehnert et al.
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Einleitung: Wir entwickelten die Normotherme azelluläre Ex Vivo Leberperfusion (NEVLP) als neue Konservierungstechnik zur verbesserten Organkonservierung und -evaluation vor Lebertransplantation.

Material und Methoden: Schweinelebern wurden 12 Stunden in einer zellfreien, oxygenierten Perfusionslösung (Steen) bei 37°C perfundiert (n=5). Anschließend erfolgte die Perfusion der Leber für weitere 12 Stunden mit Vollblut als Modell der Lebertransplantation. ALT und Histologie wurden als Parameter der Leberschädigung evaluiert, während Harnstoffsynthese, Gallefluss und Sauerstoffverbrauch als Marker der Leberfunktion bestimmt wurden. In einer zweiten Versuchsreihe wurden Schweinelebern 1 Stunde warmer Ischämie plus 12 Stunden kalter Konservierung in UW ausgesetzt (n=5). Eine zweite Versuchsgruppe wurde 1 Stunde warmer Ischämie plus 4 Stunden kalter Konservierung in UW plus 8 Stunden NEVLP unterzogen (n=5). Beide Gruppen wurden danach für 12 Stunden mit Vollblut perfundiert.

Ergebnisse: 12 Stunden NEVLP ist nicht mit einer Leberzellschädigung verbunden und resultiert in niedrig normalen ALT Werten (mean 27 U/l) ohne Zeichen der Leberzellschädigung in der Histologie. Während der zellfreien Perfusion ist die Leberfunktion erhalten mit einem Gallefluss von 0,9 ml/h, einem Harnstoffanstieg von 0,6 mmol/l/h, und einem Sauerstoffverbrauch von 400 mmHg (Differenz Perfusat vor und nach der Leber). Im direkten Vergleich zwischen kalter statischer Konservierung mit UW und NEVLP war die normotherm perfundierte Organkonservierung mit signifikant niedrigeren ALT-Werten als Marker der Leberzellschädigung verbunden (mean 42 versus 93 U/l). Während Lebern nach Konservierung in kalter UW Lösung ausgedehnte Leberzellnekrosen zeigten, war die normotherm perfundierte Leberkonservierung nicht mit einem Parenchymschaden in der Histologie assoziiert. Kombinierte warme Ischämie plus kalte statische Organkonservierung mit UW Lösung resultierte in ausgedehnten biliären Nekrosen. Im Gegensatz dazu war nach warmer Ischämie plus normothermer Perfusion die Histologie der Gallenwege ohne Anzeichen einer ischämischen Schädigung.

Schlussfolgerung: Normotherme azelluläre ex vivo Leberperfusion erlaubt eine Organkonservierung ohne Leberzellschädigung mit erhaltener Leberfunktion. Normotherme Leberperfusion ist eine neue Möglichkeit zur Konservierung und Evaluation marginaler Spenderlebern.