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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Ergebnisse der unilateralen Lungenvolumenreduktionsoperation – auf die Zielregion und das Resektionsausmaß kommt es an

Meeting Abstract

  • Nadine Lange - Kliniken der Stadt Köln, Lungenklinik, Köln
  • Frank Beckers - Kliniken der Stadt Köln, Köln
  • Jan-Martin Kuhnigk - Frauenhofer MEVIS, Institute for Medical Image Computing, Bremen
  • Christina Stöcker - Frauenhofer MEVIS, Bremen
  • Erich Stoelben - Kliniken der Stadt Köln, Lungenklinik, Köln

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch416

DOI: 10.3205/11dgch416, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch4160

Published: May 20, 2011

© 2011 Lange et al.
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Einleitung: Die chirurgische Behandlung des Lungenemphysems wurde erstmals 1957 von Brantigan et al. Beschrieben und 1995 von Cooper et al. als Lungenvolumenreduktion (LVRS) wiedereingeführt. Sie ist mittlerweile in weltweit etabliertes Verfahren in der Therapie des Lungenemphysems. Die Ergebnisse sind inhomogen und stark von der Patientenselektion abhängig. Wir berichten über unsere Erfahrungen und Ergebnisse nach LVRS bei unilateralem Vorgehen.

Material und Methoden: Im Zeitraum von 02/2008 bis 02/2010 wurden 32 Patienten einer LVRS mit systematischer Nachbeobachtung zugeführt. Die Patienten wurden drei und zwölf Monate post-operativ einer komplexen Funktionsdiagnostik zugeführt. Darüber hinaus erfolgte die Erfassung der Lebensqualität (SF-36) sowohl prä- als auch post-operativ.

Eine atypische Resektion erfolgte in 34%, Segmentresektion 24%, Lobektomie 42%. Mehr als 90% der Operationen erfolgten als VATS.

Neben den üblichen prä-operativen Funktionsuntersuchungen wird ergänzend eine neu entwickelte 3D-Software vom Frauenhofer-Mevis Institut eingesetzt, um die operative Zielregion genauer detektieren zu können.

Ergebnisse: Die perioperative Mortalität betrug 0%. Die FEV1 (11%Soll), die Gehstrecke (93m) und die VO2max (2,05ml/min/kg) zeigte einen deutlichen post-operativen Anstieg im Median. Das Residualvolumen nahm im Median um 35%Soll ab. Bei den Patienten mit Lobektomie war der Volumenreduktionseffekt gemessen am RV am deutlichsten (-85%Soll vs. 14%Soll vs. -36%Soll). Korrespondierend zeigte sich bei diesen Patienten der funktionelle Effekt am ausgeprägtesten (Gehtest, FEV1, Dyspnoe-Score). Die Auswertung der Lebensqualität ergab eine deutliche post-operative Verbesserung.

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse zeigen eine z.T. signifikante Verbesserung der Lungenfunktionsparameter nach unilateraler Volumenreduktion. Die Messung der Lebensqualität mittels SF36 zeigt auch durchweg eine Verbesserung in den einzelnen Subskalen.

Die funktionelle Verbesserung war nach anatomischer Resektion (v.a. Lobektomie) am ausgeprägtesten. Die Taktik sollte daher eine genaue prä-operative Detektion der Zielregion mit nachfolgender anatomischer Resektion sein. Durch den Einsatz der neu entwickelten 3D-Software lässt sich die Zielregion insbesondere bei homogener Emphysemverteilung besser identifizieren.