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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Venöse Langzeit-Katheter im Kindesalter – Komplikationen im Früh- und Langzeitverlauf

Meeting Abstract

  • Gerhard Steinau - Universitätsklinik RWTH Aachen, Chirurgie, Aachen
  • Marcel Binnebösel - Universitätsklinik RWTH Aachen, Chirurgie, Aachen
  • Ulf Neumann - Universitätsklinik RWTH Aachen, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Aachen
  • Rolf Mertens - Universitätsklinik RWTH Aachen, Chirurgie, Aachen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch362

DOI: 10.3205/11dgch362, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch3627

Published: May 20, 2011

© 2011 Steinau et al.
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Einleitung: Der landauernde Einsatz von Chemotherapeutika erfordert sichere venöse Zugangswege. Infektionen dieser Zugangssysteme stellen eine schwerwiegende Komplikation dar. In einer retrospektiven Studie sind wir den Früh- und Spätkomplikationen sowie Häufigkeit und der Wertigkeit von Hautabstrichen, Blutkulturen und Blutproben aus den Kathetersystemen bei Verdacht auf einer Katheterinfektion nachgegangen.

Material und Methoden: Die Ergebnisse von 127 Kathetern, die die vom 01.01.2003–31.12.2008 implantiert wurden sind retrospektiv ausgewertet worden. Es wurden u.a. Diagnosen, Anzahl der Katheterimplantationen, Liegedauer, Früh-(1.–10. post Op Tag) und Spätkomplikationen(ab 11. post op Tag) und die Hautabstriche bei der Explantation sowie die Ergebnisse der Blutkulturen bei der Explantation der Katheter erfasst und ausgewertet.

Ergebnisse: Es konnten insgesamt 127 Katheter, die in dem genannten Zeitraum implantiert wurden, ausgewertet werden. Mehr als die Hälfte der Kinder war jünger als 4 Jahre. Der Altersmedian betrug 3,5 Jahre. Die Liegedauer der Katheter war 0–743 Tage, wobei im Mittel die Liegezeit 166/-107 Tage betrug. Keine Frühkomplikationen traten bei 104 (82%) auf. Bei 5 Kindern bestand der V.a. eine Sepsis wobei bei 2 Pat. Staphylokkokus epidermis und jeweils 1x Streptokokkus sanguis und ein Corneybakterium nachgewiesen werden konnte. Eine Explantation deswegen war nicht notwendig. An Spätkomplikationen (125 Katheter erreichten eine Liegezeit von mehr als 11 Tagen) traten bei 16 Kathetern Lokalinfektionen, eine rekanalisierbare Okkluision der Katheter bei 13 der Kinder und bei 9 Kindern war der Katheterverschluß nicht mit Streptokinase aufzulösen.

Schlussfolgerung: Während bei den Frühkomplikationen Dislokationen und Katheterbrüche vorherrschen so ist bei den Spätkomplikationen der Sepsisverdacht bzw. die Katheterinfektion vorherrschend. Hierbei konnte lediglich bei 2 Kindern eine Übereinstimmung zwischen dem Hautkeim und der Blutkultur nachgewiesen werden. Bei der Katheterspitze und der Blutkultur waren in 27 Fällen die gleichen Keime nachweisbar. Die aussagekräftigste bakteriologische Untersuchung zum Nachweis/Ausschluß einer Katheterinfektion lag in der Bestimmung der Keime an der Katheterspitze und der Blutkultur. Eine hygienisch einwandfreie Versorgung der Katheter unter sterilen Kautelen kann die gefürchtete Katheterinfektion mit Sepsis bei den immunsupprimierten Kindern weiter senken.