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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Neuronale Regeneration der intestinalen Anastomose

Meeting Abstract

  • Viktoria Pfeifle - Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Kinderchirurgie der Chirurgischen Klinik, Heidelberg
  • Martin Chmelnik - Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Kinderchirurgie der Chirurgischen Klinik, Heidelberg
  • Elvira Wink - Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Kinderchirurgie der Chirurgischen Klinik, Heidelberg
  • Stefan Holland-Cunz - Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Kinderchirurgie der Chirurgischen Klinik, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch292

DOI: 10.3205/11dgch292, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2929

Published: May 20, 2011

© 2011 Pfeifle et al.
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Einleitung: Die Anastomosierung von Darmabschnitten ist essentieller Bestandteil häufig durchgeführter Operationen in der Kinder- und Viszeralchirurgie. Ein tieferes Verständnis der Wundheilung ist essentiell zur Vermeidung von gefürchteten Komplikationen. Einen wichtigen Beitrag zur Heilung und der Regeneration leistet das Enterische Nervensystem, dessen Einfluss auf die anderen Darmwandkomponenten bereits in vitro detailliert untersucht wurde. Ziel dieser Pilotstudie war es, erste Tendenzen dieses neuronalen Regenerationspotentials nach intestinaler Anastomose im zeitlichen Verlauf zu untersuchen, sowie der Frage nachzugehen, ob im Zuge der Heilung vermehrt neuronale Vorläuferzellen vorzufinden sind, um Impulse für innovative Therapien zu geben.

Material und Methoden: Für die Untersuchung wurden insgesamt 6 Dünndarmanastomosen an Sprague Dawley Ratten durchgeführt, die am 2. oder 10. postoperativen Tag geopfert wurden. Als Referenzgruppe wurden 3 Dünndärme von nicht operierten Ratten verwendet. Es wurden immunhistochemische Färbungen mit dem panneuronalem Marker PGP 9.5, dem Stammzellmarker Nestin, sowie S100, das von Gliazellen exprimiert wird, hergestellt. Anzahl und Durchmesser von PGP positiven Ganglien wurden erfasst und der statistischen Analyse unterzogen.

Ergebnisse: Am 2. postoperativen Tag waren weniger und in ihrem Durchmesser kleinere Ganglien vorzufinden als am 10. p.o. Tag. Im Vergleich zur Referenzgruppe waren die Ganglien beider Zeitpunkte insgesamt kleiner und in ihrer Anzahl geringer. Das histologische Bild der Nestin-S100 Doppelfärbung zeigte eine tendenziell vermehrte Expression von Nestin im Bereich der Anastomose.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Untersuchung deuten darauf hin, dass sich das ENS überraschend schnell regenerieren kann und dass dieser Vorgang durch neuronale Vorläuferzellen generiert wird. Bestätigt sich dieses Vorkommen von Progenitorzellen auch in größeren Stichproben, so kann dies als Wegweiser für zukünftige Entwicklungen zur Optimierung der Wundheilung nach intestinalem Trauma dienen.