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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Hepatozelluläres Karzinom in Zirrhose: Resektion oder Transplantation?

Meeting Abstract

  • Daniel Foltys - Universitätsmedizin Mainz, Transplantationschirurgie, Mainz
  • Michael Heise - Universitätsmedizin Mainz, Transplantationschirurgie, Mainz
  • Maria Hoppe-Lotichius - Universitätsmedizin Mainz, Transplantationschirurgie, Mainz
  • Torsten Hansen - Universitätsmedizin Mainz, Institut für Pathologie, Mainz
  • Michael Pitton - Universitätsmedizin Mainz, Klinik für Radiologie, Mainz
  • Markus Schuchmann - Universitätsmedizin Mainz, I. Medizinische Klinik, Mainz
  • Gerd Otto - Universitätsmedizin Mainz, Transplantationschirurgie, Mainz

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch257

DOI: 10.3205/11dgch257, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2571

Published: May 20, 2011

© 2011 Foltys et al.
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Text

Einleitung: Die Frage Resektion oder Transplantation (LT) bei HCC stellt sich insbesondere für Patienten mit Leberzirrhose Child A. Selbst bei stabiler Leberfunktion und resektablem HCC-Herd hat die LT den Vorteil, dass die zirrhotische Leber (Präkanzerose) entfernt wird und somit auch Komplikationen der Leberzirrhose vorgebeugt wird. Unklar ist, ob Leberresektion und LT bei frühem HCC zu vergleichbaren Ergebnissen führen. Insbesondere muss während der Wartezeit mit einem hohen „drop out“ gerechnet werden, weshalb eine intention-to-treat Analyse von LT-Kandidaten einer Analyse der resezierten Patienten gegenüberzustellen ist. Aufgrund der spärlichen Datenlage haben wir eine solche Analyse des eigenen Patientengutes vorgenommen.

Material und Methoden: Alle Daten wurden unserer prospektiv geführten Datenbank entnommen. Eingeschlossen wurden alle Patienten, die zwischen 1998 und 2009 einer Leberresektion oder LT nach „bridging“ mit wiederholter TACE bei HCC in Zirrhose zugeführt wurden. Alle Wartelisten Patienten werden im Abstand von 6 Wochen wiederholt transarteriell chemoembolisiert. Patienten innerhalb der Mailand-Kriterien werden sofort zur LT gelistet, während Patienten außerhalb der Mailand-Kriterien nur bei stabilem oder regredientem Tumor auf die Warteliste aufgenommen werden. Ein Progress nach den RECIST Kriterien ist zu jeder Zeit ein Ausschlusskriterium.

Ergebnisse: Von 192 LT-Kandidaten wurden 128 Patienten transplantiert. Die "drop out" Rate betrug somit 33%. In der intention-to-treat Analyse wurden diese 192 Patienten mit 72 Patienten im Resektionsarm verglichen. Diese ergab ein 5 Jahresüberleben von 56% im Tx-Setting verglichen mit 30% im Resektionsarm (p=0,002). Während Patienten außerhalb der Mailand-Kriterien ein hochsignifikant besseres ÜL aufwiesen (48% v 17%; p=0,003), zeigten Patienten innerhalb der Mailand-Kriterien keinen signifikanten Überlebensvorteil (Abbildung 1 [Abb. 1]). Bei 6 Patienten wurde nach Resektion eine Salvage-Transplantation wegen HCC-Rezidiv durchgeführt. Ohne Berücksichtigung dieser 6 Patienten resultiert ein signifikant schlechteres Gesamtüberleben für Patienten nach Resektion (p=0,017).

Tabelle 1 [Tab. 1]

Schlussfolgerung: Gerade auch im Hinblick auf den bestehenden Organmangel, scheint eine Resektion bei Child A Zirrhose mit frühem HCC gerechtfertigt. Allerdings muss eine engmaschige Nachsorge gewährleistet sein, um eine Salvage-Transplantation zu ermöglichen. Endgültige Klärung der Problematik ist nur von einer randomisierten Studie „Transplantation (mit definiertem bridging) versus Resektion“ zu erwarten.