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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Laparoskopische Fundoplikatio: Neue Erkenntnisse in der Neuroanatomie des gastroösophagealen Übergangs

Meeting Abstract

  • Oliver Renz - Department Operative Medizin, Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Visceralchirurgie, Innsbruck
  • Erich Brenner - Universität Innsbruck2, Sektion für Klinisch-Funktionelle Anatomie, Innsbruck
  • Helga Fritsch - Universität Innsbruck2, Sektion für Klinisch-Funktionelle Anatomie, Innsbruck
  • Gabriel Djedovic - Department Operative Medizin, Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Visceralchirurgie, Innsbruck
  • Heinz Wykypiel - Department Operative Medizin, Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Visceralchirurgie, Innsbruck

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch253

DOI: 10.3205/11dgch253, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2531

Published: May 20, 2011

© 2011 Renz et al.
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Text

Einleitung: Bei der laparoskopischen Fundoplicatio werden bei Mobilisation des Magenfundus und Oesophagus zarte Nerven, die vom linken Zwerchfellschenkel zum Magen verlaufen, durchtrennt. In der Literatur sind derartige Strukturen praktisch nicht zu finden. Zudem ist die Pathogenese des postprandialen Geblähtseins („bloating“) nach Fundoplicatio nicht vollständig geklärt. Nach einem Pilotprojekt 2007 war es nun Ziel dieser Studie, Verlauf und Zielstruktur dieser Nervenfasern an einer größeren Leichenzahl darzustellen.

Material und Methoden: An 53 karbolfixierten Leichen (23m/30f; Alter:35-103) wurde der gastroösophageale Übergang präpariert. Verlauf und Zielstruktur des N. splanchnicus links, der Nn. phrenici links und des N. vagus wurden von der oberen Brustwirbelsäule bis zur Zielstruktur dargestellt, skizziert und fotodokumentiert.

Ergebnisse: Bei 17 von 53 Leichen wurden je ein bis zwei Nn. splanchnici mit Verbindung zum Magen dargestellt. Diese penetrieren den linken Zwechfellschenkel im Mittel bei 4 Uhr (2-5), 2cm (0-5) vom Hiatus entfernt; alle ziehen zum Magen. Bei 10 davon fanden sich zudem Verbindungen zum Ganglion coeliacum.

In 14 Fällen fanden sich Nervenäste des N. phrenicus, die im Mittel 7,3 (3-10) cm Hiatus entfernt, den linken Zwechfellschenkel bei 4 Uhr perforierten und zum Magenfundus zogen; zwei hatten zudem eine Verbindung zum Ganglion coeliacum.

Schlussfolgerung: Nervenäste von N. phrenicus und N. splanchnicus perforieren regelmäßig in einer 2-5 Uhr Position den linken Zwechfellschenkel und ziehen zum Magen, teilweise mit Ästen zum ganglion coeliacum. Welche Rolle diese Nervenstrukturen haben, ist bis jetzt noch nicht geklärt. Die Durchtrennung dieser Strukturen könnte im Zusammenhang mit dem häufig vorkommenden postprandialen Geblähtsein („Bloating“) nach Fundoplicatio stehen, das wird Gegegenstand weiterer Untersuchungen sein.