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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Elastisch stabile intramedulläre Nagelung (ESIN) bei Metakarpalefrakturen im Wachstumsalter: Erfahrungen mit 63 Fällen

Meeting Abstract

  • Justus Lieber - Universitätsklinikum Tübingen, Kinderchirurgie, Tübingen
  • Bettina Härter - Klinikum Karlsruhe gGmbH, Klinik für Kinderchirurgie, Karlsruhe
  • Eckhard Schmid - Klinik St. Hedwig, Klinik für Kinderchirurgie, Regensburg
  • Jörg Fuchs - Universitätsklinikum Tübingen, Kinderchirurgie, Tübingen
  • Peter P. Schmittenbecher - Klinikum Karlsruhe gGmbH, Klinik für Kinderchirurgie, Karlsruhe

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch066

DOI: 10.3205/11dgch066, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0667

Published: May 20, 2011

© 2011 Lieber et al.
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Einleitung: Die elastisch stabile intramedulläre Nagelung (ESIN) hat sich als Goldstandard bei der Stabilisierung verschiedener Frakturen im Wachstumsalter etabliert. Für die Behandlung der Metakarpalefraktur mit ESIN existieren nur wenige Ergebnisse.

Material und Methoden: Retrospektive Datenanalyse von Kindern aus 3 Traumazentren mit dislozierten Metakarpalefrakturen, die zwischen 2003 und 2009 mit ESIN stabilisiert wurden. Indikation zur operativen Therapie war eine Achsabweichung >10° in der Frontalebene und >30° (subcapital), bzw. >20° (diaphysär, proximal) in der Sagittalebene.

Ergebnisse: In 7 Jahren fanden sich 60 Patienten (13,4 Jahre; Range 4–16) mit 63 Metakarpalefrakturen (Metakarpale V=54, IV=5, I=3, II=1). 3 Patienten hatten jeweils 2 Metakarpalefrakturen. Unfallursache war in 29 Fällen ein Schlag gegen einen Gegenstand, in 31 Fällen ein Sturz. 44 Frakturen waren subkapital lokalisiert, 13 diaphysär und 6 an der Basis. Die ESIN erfolgte in 57 Fällen antegrad, in 6 retrograd. Es wurden 42 Titan- und 21 Stahlnägel mit einem Durchmesser von 1,5 (23x), 2,0 (39x) und 2,5 (1x) mm implantiert mit einer Operationszeit von 20 Minuten (Range 5–54). In 2 Fällen wurden 2 Implantate eingebracht. Komplikationen traten bei 5 Patienten (7,9%) auf: 2 Redislokationen, 2 Sehnenirritationen, 1 kutane persistierende Hyposensibilität. In 2 Fällen musste eine operative Intervention erfolgen (Korrektur der Achsfehlstellung mit Re-Osteosynthese, bzw. Tendolyse mit Sehnenraffung). Diese beiden Komplikationen betrafen das Metakarpale I. Die Metallentfernung erfolgte nach 94 Tagen (Range 31–204). 55 Patienten konnten nach 16 Monaten (Range 3–36) nachuntersucht werden. Es wurde keine Wachstumsstörung und kein funktionelles Defizit dokumentiert, das kosmetische Ergebnis war in allen Fällen gut.

Schlussfolgerung: ESIN bei dislozierten Metakarpalefrakturen ist eine minimal invasive, schnelle und technisch einfache Behandlungsoption, die keiner Ruhigstellung bedarf und die frühfunktionelle Nachbehandlung erlaubt. Um Komplikationen zu vermeiden, müssen insbesondere die Sehnenverläufe respektiert werden. Die Stabilisierung von Frakturen des Metakarpale I erscheint technisch anspruchsvoller als die Versorgung der Metakarpalia II–V.