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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Lymphadenektomie beim Nebennierenkarziom – Outcomedaten aus dem Deutschen Nebennierenkarzinom-Register

Meeting Abstract

  • Joachim Reibetanz - Universitätsklinik Würzburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Martin Gasser - Universitätsklinik Würzburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Martin Spahn - Universitätsklinik Würzburg, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Würzburg
  • Christoph-Thomas Germer - Universitätsklinik Würzburg, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Würzburg
  • Bruno Allolio - Universitätsklinik Würzburg, Medizinische Klinik und Poliklinik 1, Würzburg
  • Martin Fassnacht - Universitätsklinik Würzburg, Medizinische Klinik und Poliklinik 1, Würzburg
  • Christian Jurowich - Universitätsklinik Würzburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch059

DOI: 10.3205/11dgch059, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0599

Published: May 20, 2011

© 2011 Reibetanz et al.
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Text

Einleitung: Das Nebennierenkarzinom ist ein seltener, aber hochaggressiver Tumor. Für nicht-metastasierte Tumorstadien stellt die komplette Resektion (R0) die Therapie der Wahl dar. Bisher existieren keine Daten darüber, ob die Primärtumorresektion das lokoregionäre Lymphabflussgebiet mit einschließen sollte.

Material und Methoden: Das krankheitsbezogene Outcome der Patienten des Deutschen Nebennierenkarzinom-Registers wurde dahingehend verglichen, ob im Rahmen der Primärtumorresektion eine lokoregionäre Lymphadenektomie erfolgte, oder nicht. Patienten mit metastasierten Tumorstadien wurden ebenso von der Analyse ausgeschlossen wie Patienten mit inkompletter Resektion (R1, R2) oder unklarem Resektionsstatus (Rx).

Ergebnisse: N=283 Patienten gingen in die Auswertung ein: bei N=47 Patienten (16.6%) erfolgte eine lokoregionäre Lymphadenektomie (LNE), bei N=236 Patienten (83.4%) wurde die Primärtumorresektion ohne Lymphadenektomie durchgeführt (noLNE). Patienten der LNE-Gruppe zeigten eine fortgeschrittene Tumorgröße (median 12.0 cm versus 10.0 cm, p=0.007), im selben Kollektiv erfolgte häufiger eine Multiviszeralresektion (LNE: 47.8% versus noLNE: 18.1%, p<0.0001). Das mediane Follow-up im Gesamtkollektiv betrug 38 Monate (range: 6 – 326 Monate). Patienten der LNE-Gruppe zeigten ein signifikant besseres Gesamtüberlegen (median 51.1 versus 35.8 Monate, p=0.006) und ein tendenziell besseres krankheitsfreies Überleben (median 24.8 versus 17.4 Monate, p=0.07), verglichen mit Patienten der noLNE-Gruppe. Die multivariate Analyse (adjustiert für Alter, ENSAT-Tumorstadium, Multiviszeralresektion, adjuvante Therapie und Lymphknotenstatus im Rahmen der präoperativen Bildgebung) zeigte für Patienten der LNE-Gruppe eine signifikante Reduktion sowohl des Risikos eines Tumorrezidivs (hazard ratio: 0.65; 95% CI: 0.43-0.98; p=0.042), als auch der tumorbedingten Letalität (hazard ratio: 0.54; 95% CI: 0.29-0.99; p=0.049).

Schlussfolgerung: Die Daten dieser retrospektiven Auswertung legen nahe, dass die lokoregionäre Lymphadenektomie beim Nebennierenkarzinom die Prognose der Patienten verbessert. Vor allem bei größeren Tumoren sollte daher die Indikation zur Lymphadenektomie im Rahmen der Primärresektion großzügig gestellt werden.