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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Die chirurgische Therapie des pulmonalen Aspergilloms

Meeting Abstract

  • Martin Hoffmann - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Stefan Limmer - UK-SH Campus Lübeck, Lübeck
  • Alexander Schorcht - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Stefanie Schierholz - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Karsten Köppe - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Hans-Peter Bruch - UK-SH Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck
  • Peter Kujath - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch042

DOI: 10.3205/11dgch042, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0422

Published: May 20, 2011

© 2011 Hoffmann et al.
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Einleitung: Die invasive pulmonale Aspergillose (IA) entsteht durch die Infektion mit dem Schimmelpilz Aspergillus fumigatus. Hauptrisikofaktor für das Entstehen ist eine vorbestehende Immunsuppression zum Beispiel bei Chemo- oder antirheumatischer Therapie. Vorbestehende pulmonale Hohlräume werden durch Aspergillen besiedelt. Es bildet sich dann ein typischer Fungusball. Aufgrund der Immunsuppression ist mit einem Fortschreiten der Erkrankung mit potentiell lebensbedrohlichen septischen Komplikationen und Massenblutung zu rechnen. Bei Durchführung eines operativen Eingriffs sollten anatomische Resektionen durchgeführt werden. Das Belassen intrathorakaler Hohlräume sollte unbedingt vermieden werden.

Material und Methoden: Insgesamt 32 Patienten wurden im Zeitraum zwischen 1998 und 2009 aufgrund eines Aspergilloms in der Klinik für Chirurgie/Thoraxchirurgie des UK-SH behandelt. Das durchschnittliche Alter der Patienten betrug 54 Jahre (24 bis 72 Jahre). Die zugrunde liegenden Erkrankungen waren in den meisten Fällen ein Z. n. Chemotherapie bei Malignom, Immunsuppression bei rheumatoider Arthritis, sowie ein Auftreten bei langjährigen Alkoholikern.

Ergebnisse: In allen Fällen wurde eine prä- und postoperative antimykotische Therapie durchgeführt. Diese wurde postoperativ für mindestens 6 Wochen durchgeführt. Die meisten Patienten erhielten Amphotericin-B basierte Regime, seit der Zulassung von Voriconazol stellt dies den Therapiestandard dar. Zwei Patienten wurden mit einem Echinocandin (Caspofungin/Anidulafungin) behandelt.

Bei 20 Patienten erfolgte eine Lobektomie, bei den verbleibenden 12 Patienten erfolgte in jeweils 4 Fällen eine Pneumonektomie oder Bilobektomie. Die verbleibenden Patienten wurden aufgrund von anatomischen Gegebenheiten und kritischer Lungenfunktion mittels atypischer Keilresektion behandelt. Die Letalität der Eingriffe betrug in unserem Kollektiv 9,3% (3 von 32 Patienten), hier ist allerdings eine 90 Tage Mortalität berechnet, Ein Patient verstarb an einem Myokardinfarkt nach 82 Tagen. Zwei Patienten mit schwerer postoperativer Pneumonie verstarben nach Langzeitintensivaufenthalt.

Schlussfolgerung: Bei Patienten mit pulmonalem Aspergillom sollte zur Prophylaxe tödlich verlaufender septischer Erkrankungen oder Blutungen ein resezierender Eingriff durchgeführt werden. Aufgrund des deutlich erhöhten Risikos der Notfalloperation sollte der Eingriff geplant durchgeführt werden. Dies ist mit einer vertretbaren Morbidität und Mortalität assoziiert.