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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Perioperative Troponinveränderungen bei thoraxchirurgischen Resektionen

Meeting Abstract

  • Joachim Pfannschmidt - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Chirurgie, Heidelberg
  • Markus Kurz - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Chirurgie, Heidelberg
  • Thomas Muley - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Chirurgie, Heidelberg
  • Clemens Männle - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Chirurgie, Heidelberg
  • Adjmal Alekozai - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Chirurgie, Heidelberg
  • Hendrik Dienemann - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Chirurgie, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch036

DOI: 10.3205/11dgch036, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0360

Published: May 20, 2011

© 2011 Pfannschmidt et al.
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Einleitung: Der perioperative Myokardinfarkt stellt eine besondere Gefahr für Patienten nach thoraxchirurgischen Eingriffen dar, wobei die Diagnose der perioperativen Myokardischämie sich häufig schwierig darstellt. Es soll untersucht werden, in welchem Umfang perioperative Troponin I Veränderungen im Rahmen unterschiedlicher thoraxchirurgischer Eingriffe auftreten.

Material und Methoden: Prospektiv wurden die Daten von 62 Patienten mit den drei Operationsverfahren: Lungenkeilresektion (n=20, Gruppe I), Lobektomie bzw. Bilobektomie (n=22, Gruppe II) und Pneumonektomie (n=20, Gruppe III) hinsichtlich des perioperativen Verlaufs der Serummarker: Troponin I, CK/CK-MB, LDH und NT-Pro-BNP bestimmt. Präoperativ und 8 Stunden postoperativ wurden EKG Messungen dokumentiert. Die statistische Beurteilung umfasst die Bewertung der einzelnen Messparameter in den Gruppen mit nichtparametrischen Testmethoden.

Ergebnisse: Das mittlere Patientenalter lag in den Gruppen I-III bei 55, 60 und 58 Jahren. Intraperikardiale Eröffnungen bzw. Resektionen wurden in 75 % der Patienten in Gruppe III, in 23 % in Gruppe II und in 5 % in Gruppe I durchgeführt. Die mittlere Operationsdauer und der mittlere intraoperative Blutverlust wies, entsprechend dem Ausmaß der operativen Eingriffe, signifikante Unterschiede auf. Bei Betrachtung der Troponin I Bestimmung konnte in der Gruppe I bei keinem Patienten eine postoperative Erhöhung über den Referenzwert ermittelt werden. In der Gruppe II wiesen 2 Patienten (9.1%) einen Anstieg und in der Gruppe III 14 Patienten (70 %) einen erhöhten Serumwert auf. Bei Analyse der Serum CK-MB ergaben sich pathologische Werte mit über 6 % CK-MB/CK-Quotient in der Gruppe I bei 4 Patienten, in der Gruppe II bei 2 Patienten und in der Gruppe III bei 5 Patienten. Lediglich bei zwei Patienten mit Troponinerhöhung konnten pathologische Serum CK-MB/CK Messwerte und postoperativ EKG Veränderungen im Sinne pathologischer ST-Streckenverläufe nachgewiesen werden.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass, abhängig vom Ausmaß thoraxchirurgischer Eingriffe, in der direkten postoperativen Phase Troponin I Erhöhungen auftreten können und deren Interpretation erhebliche differentialdiagnostische Probleme machen kann.