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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Nutzen-Risikoprofil von Kaudalanästhesie mit Morphinzusatz

Meeting Abstract

  • Christian Gernoth - Universitätsmedizin Mannheim, Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Mannheim, Deutschland
  • Stefanie Bientzle - Universitätsmedizin Mannheim, Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Mannheim, Deutschland
  • Elke Thil - Universitätsmedizin Mannheim, Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Mannheim, Deutschland
  • Konrad Reinshagen - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch728

DOI: 10.3205/10dgch728, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch7286

Published: May 17, 2010

© 2010 Gernoth et al.
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Text

Einleitung: Die Kaudalanästhesie ist ein wesentliches Element der peri- und postoperativen Schmerztherapie bei Neugeborenen und Kleinkindern. Zur Optimierung von Wirkdauer und Intensität kann ohne Erhöhung von motorischen Blockaden neben Clonidin auch additiv Morphin verwendet werden. Wegen einer angenommenen Gefahr zentraler Nebenwirkungen muss aber die postoperative Überwachung intensiviert werden.

Ziel dieser retrospektiven Studie war es, die in einem Zeitraum von 12 Monaten durchgeführten Morphin-supplementierten Kaudalanästhesien hinsichtlich Indikation, kardialer und enteraler Nebenwirkungen auszuwerten.

Material und Methoden: Es wurden 23 Kinder ASA I–III im Alter von 4–79 Monate (Mittelwert 9,4 Monate–4,2 ausgewertet. Alle Kinder erhielten nach Induktion der Allgemeinanästhesie unter dem üblichen Monitoring gemäss dem am Vortag der Operation gemessenem Gewicht kaudal 25–30µg Morphin/kgKG zusätzlich zur Gabe von 0,75 ml Ropivacain 0,2%/kg KG. Die Kinder wurden, sofern möglich unmittelbar postoperativ extubiert. 14/23 Kindern wurden postoperativ auf die Wachstation verlegt, die übrigen 9 wurden nach 4 stündigem Aufenthalt im Aufwachraum unter kontinuierlichem Monitoring auf Normalstation verlegt

Ergebnisse: Die Morphin Kaudalanästhesie wurde bei bei 21 intraabdominellen Eingriffen, 1 Hypospadiekorrektur und einer Umstellungsosteotomie bei Hüftdysplasie durchgeführt. 19 Patienten wurden unmittelbar postoperativ extubiert, 2 innerhalb von 14 Stunden und 2 wurden langzeitbeatmet. Lediglich 1/19 extubierten Kindern benötigte über Nacht noch 0² Vorlage. Bei 3 Kindern war nur ein verzögerter enteraler Kostaufbau möglich (2 Gastroparesen, 1 paralytischer Ileus). Als zusätzliche Analgesie benötigten 9 Patienten keinerlei weitere Opiate, 11 hatten bedarfsweise Piritramid und 2 waren mit Fentanyl analgosediert.

Schlussfolgerung: Bei einem hohen Prozentsatz von postoperativ opiatfrei zu behandelnden Kindern stellt sich in unserem Kollektiv die Appliktion von Morphin in der o.g. Dosierung als Additivum für die Kaudalanästhesie mit positivem Nutzen-Risikoprofil dar, sofern eine adäquate postoperative Betreuung gewährleistet werden kann