gms | German Medical Science

127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Leberregeneration nach partieller Hepatektomie: Eine klinische Pilotstudie

Meeting Abstract

  • Antje Schulz - Charité, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Berlin, Deutschland
  • Maciej Malinowski - Charité – Campus Virchow Klinikum, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Berlin, Deutschland
  • Johan Friso Lock - Charité – Campus Virchow Klinikum, Klinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschriurgie, Berlin, Deutschland
  • Peter Neuhaus - Charité, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Berlin, Deutschland
  • Martin Stockmann - Charité – Campus Virchow Klinikum, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch613

DOI: 10.3205/10dgch613, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6132

Published: May 17, 2010

© 2010 Schulz et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung: Die Leber hat ein sehr hohes Regenerationspotential, so dass eine Resektion von bis zu 75% des gesunden Organs möglich ist (pHx). Jedoch ist das postoperative Leberversagen bis dato ein Hauptgrund für die postoperative Mortalität und seine Detektion schwierig. Eine pHx triggert die Proliferation von Hepatozyten und führt somit zur Leberregeneration. Drei Zytokine bzw. Wachstumsfaktoren (WF) scheinen hierbei eine bedeutende Rolle zu spielen: Hepatocyte Growth Factor (HGF), Transforming Growth Factor beta-1 (TGFβ-1) und Interleukin 6 (Il-6). In dieser Studie wurde deren Verlauf nach pHx untersucht.

Material und Methoden: Der postoperative Verlauf von 18 Patientennach pHx wurde untersucht. Es wurden sowohl prä-, als auch postoperativ am POD 1, 2, 3, 5 und 10 die maximale Leberfunktionskapazität mittels neuem LiMAx-Test sowie die üblichen Serumparameter zur Einschätzung der Leberfunktion untersucht. Zusätzlich erfolgte die Messung der Serumspiegel von HGF, TGF-β1 und IL-6 zu den genannten Zeitpunkten.

Ergebnisse: Patienten die am 10. POD 70% ihres präoperativen LiMAx-Wertes erreichten wurden in die Gruppe mit guter Leberregeneration (GR) eingeteilt, Patienten die diesen Wert nicht erreichten in die Gruppe der schlechten Leberregereration (SR). Für beide Gruppen wurden verschiedene WF- bzw. Zytokinmuster beobachtet. Die Serumspiegel von TGF-β1 fallen nach pHx bei GR ab, bis sie am POD 10 wieder ansteigen. Bei SR hingegen werden kontinuierlich hohe Spiegel gemessen. HGF erreicht in beiden Gruppen seinen Peak am 1. POD und fällt danach ab. Hierbei zeigt die SR-Gruppe am POD. 10 jedoch deutlich höhere Serumspiegel als die GR-Gruppe. Die IL-6 Spiegel beider Gruppen steigen postoperativ bis zum 2. POD. Bei GR fällt er ab dem 3. POD kontinuierlich, bei SR hingegen steigt der IL-6 Spiegel.

Schlussfolgerung: Die Verschiedenen WF- und Zytokinmuster nach pHx können zur Identifikation von Patienten mit insuffizienter Leberregeneration und damit einem erhöhtem postoperativen Komplikationsrisiko beitragen. Hierzu ist ein besseres Verständnis dieser Prozesse notwendig und muss in einer prospektiven Studie an einem größeren Patientenkollektiv untersucht werden.