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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Einfluss des Patientenalters auf das Langzeitüberleben bei Patienten mit kolorektalen Lebermetastasen

Meeting Abstract

  • Jan Peter Neuhaus - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Gernot M. Kaiser - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Spriridon Vernadakis - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Florian Grabellus - Universitätsklinikum Essen, Institut für Pathologie und Neuropathologie, Essen, Deutschland
  • Jürgen Treckmann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Andreas Paul - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch612

DOI: 10.3205/10dgch612, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6120

Published: May 17, 2010

© 2010 Neuhaus et al.
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Einleitung: Lebermetastasen eines kolorektalen Karzinoms stellen ein fortgeschrittenes Stadium der Grunderkrankung dar. Den einzig kurativen Therapieansatz bietet die chirurgische R0-Resektion. Anderen, prognostisch ebenfalls relevanten Faktoren scheint eine untergeordnete Rolle zuzukommen. Ziel dieser Untersuchung ist es, die Bedeutung des Patientenalters in prognostisch bedeutsamen Subgruppen auf Ihr Langzeitüberleben hin zu analysieren.

Material und Methoden: Vom 01.01.2000 bis 01.03.2009 wurden 679 konsekutive, wegen kolorektaler Lebermetastasen operierte Patienten erfasst. Die Nachsorge der Patienten wurde seit 2004 halbjährlich durchgeführt (31 Mo. Nachsorge im Median). Zunächst wurde das gesamte Kollektiv auf Prognosefaktoren hin untersucht: Innerhalb der prognostisch als relevant erachteten Subgruppen wurde dann in einem weiteren Schritt die Stratifizierung nach Alter durchgeführt. Dazu wurden drei Altersgruppen gebildet (bis 59 J.(n= 239), 60-69 J.(n=295) und älter 70 J.(n=145)).

Ergebnisse: Als prognostisch relevant für ein Langzeitüberleben zeigte sich der Status des Resektionsrandes (R0 vs. R1 vs. R2, p<0,0001). Desweiteren zeichneten sich auch der Lymphknotenstatus des Primarius (N0/1 vs. N2, p=0,0012), die Zahl der Leberfiliae (singulär vs. multiple, p<0,0001) und ihre Lokalisation (unilobulär vs. bilobulär, p=0,0011) als signifikante Prognosefaktoren für das 5-Jahresüberleben aus. Die Aufschlüsselung dieser neun Subgruppen sowie des Geschlechtes der Patienten in die drei oben genannten Altersgruppen ergab für keine Alterskohorte einen signifikanten Überlebensvorteil (p jeweils>0,05).

Schlussfolgerung: Die R0-Resektion bleibt der alles entscheidende Prognosefaktor bei der chirurgischen Therapie von Patienten mit kolorektalen Leberfiliae. Von untergeordneter prognostischer Bedeutung sind desweiteren der Lymphknotenstatus des Primarius, die Anzahl der Leberfiliae oder ihre Lokalisation. Das Alter des Patienten erweist sich weder im Gesamtkollektiv, noch in der Analyse ausgewählter Subgruppen als prognostisch bedeutsam. Bei gegebener Indikation und entsprechender Gesamtprognose des Patienten lässt sich daher auch in fortgeschrittenem Lebensalter eine potentiell kurative, chirurgische Therapie rechtfertigen.