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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Enzymatisches Wunddebridement bei kindlichen thermischen Verletzungen durch Debrase Gel Dressing – Erfahrungen im Rahmen einer prospektiv randomisierten Studie

Meeting Abstract

  • Christiane Staude - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Heike von Rettberg - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Ingo Jester - Birmingham Children's Hospital, Department of Paediatric Surgery, Birmingham, Großbritannien
  • Lucas M. Wessel - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Ingo Königs - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch547

DOI: 10.3205/10dgch547, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5477

Published: May 17, 2010

© 2010 Staude et al.
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Text

Einleitung: Thermische Verletzungen im Kindesalter unterliegen einigen Besonderheiten. Ein Großteil der betroffenen Areale insbesondere bei den überwiegenden Verbrühungen ist gemischt zweiten Grades (Grad II a und b). Zu langes konservatives Management führt bei den tieferen Flächen zu einer schlechten Heilung, im Gegensatz dazu will man eine übermäßige Nekrektomie und Transplantation vermeiden. Wir präsentieren ein neuartiges Enzym zum selektiven frühen Debridement tiefer Verbrennungsnekrosen in einer einzigen vierstündigen Applikation.

Material und Methoden: In unserem Verbrennungszentrum wird DGD im Rahmen einer prospektiv randomisierten Studie angewendet. Eingeschlossen werden Kinder älter als 4 Jahre mit frischen thermischen Verletzungen (<24 h) von 5–30% KOF. Die Kontrollgruppe aus demselben Patientenkollektiv erhält die chirurgische Standardtherapie unseres Zentrums. Bisher wurden 10 Patienten in die Studie eingeschlossen und behandelt.

Ergebnisse: Erste Ergebnisse zeigen, dass DGD selektiv die Verbrennungsnekrosen in einer vierstündigen Anwendung debridiert. Anschließend kann die Wunde umgehend sicher bezüglich Tiefe und Ausmaß beurteilt werden. So konnten unnötige Hauttransplantationen vermieden werden und die spontane Heilung oberflächlich betroffener Areale wurde nicht gestört. Die Patienten der Kontrollgruppe benötigten mehr chirurgische Interventionen und Debridements, ebenso zeigte sich ein längerer durchschnittlicher stationärer Aufenthalt. Die DGD-Behandlung wurde von allen Kindern ohne Auftreten von Nebenwirkungen sehr gut vertragen.

Schlussfolgerung: Diese ersten Ergebnisse präsentieren DGD als ein effektives, sicheres und schnelles Mittel zum selektiven Debridement von kindlichen Verbrennungsnekrosen, insbesondere nach überwiegenden gemischt II-gradigen Verbrühungen. Es können eine gute und schnelle Behandlung erreicht und überflüssige Transplantationen vermieden werden. Das volle Potential dieses Verfahrens muß durch größere Fallzahlen und weitere Studien erörtert werden.