gms | German Medical Science

127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Der postoperative Platzbauch – Wo liegen die Risikofaktoren?

Meeting Abstract

Search Medline for

  • David Koch - Charité, Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin, Deutschland
  • Jörn Gröne - Charité, Universitätsmedizin Campus Benjamin Franklin, Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin, Deutschland
  • H.-J. Buhr - Universitätsklinikum Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik und Poliklinik I, Berlin, Deutschland
  • Jörg-Peter Ritz - Charité, Universitätsmedizin Benjamin Franklin, Chir. Klinik u. Poliklinik I, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch537

DOI: 10.3205/10dgch537, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5372

Published: May 17, 2010

© 2010 Koch et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung: Der Platzbauch ist eine relativ seltene Komplikation (0,5–3 %) von abdominellen Operationen, die jedoch mit erheblicher Morbidität und Mortalität für die betroffenen Patienten verbunden ist. Trotzdem finden sich nur wenig Veröffentlichungen zu Risikofaktoren und diese beziehen sich meist auf Nahtmaterial, Nahttechnik oder die Schnittführung. Ziel dieser Studie ist es, die patientenorientierten Risikofaktoren aus unserem Patientengut zu präsentieren.

Material und Methoden: Eingeschlossen wurden sämtliche Patienten, die im Zeitraum von 2004 bis 09/2009 in unserer Klinik aufgrund eines Platzbauchs operiert wurden. Erfasst wurden Alter, Geschlecht, Zeitraum von Laparotomie bis Platzbauch sowie als Risikofaktoren Bauchdeckeninfektionen, Adipositas, COPD, Peritonitis, Leberzirrhose, Langzeit-Kortisonbehandlung, Immunsuppression, Diabetes, Malignom, Z.n. Chemotherapie, Z.n. Radiatio, Ileus bzw. Darmatonie, Abdominelle Hämatome oder Abszesse, Niereninsuffizienz, Pneumonie und die Anzahl der Relaparotomien im selben Krankenhausaufenthalt.

Ergebnisse: Insgesamt kam es im Untersuchungszeitraum zu 80 Platzbäuchen bei insgesamt 8.875 Laparotomien (0,9%) Davon waren 6 inkomplette Platzbäuche und 7 Rezidivplatzbäuche. 67 Patienten hatten einen kompletten Platzbauch als Erstereignis. Diese Gruppe wurde weiter untersucht. Das Durchschnittsalter betrug 59,85 (16–83) Jahre, der Platzbauch trat durchschnittlich 8,95 (2–30) Tage nach Laparotomie auf. 13,4% der Patienten wiesen keinen der hier erfassten Risikofaktoren auf. Die Häufigsten Risikofaktoren waren Bauchdeckeninfektionen (20,9%), COPD (20,9%), Peritonitis (20,9%) und maligne Grunderkrankung (20,9%). Im Durchschnitt fanden sich pro Patient 1,9 Risikofaktoren.

Schlussfolgerung: Bei fast allen Patienten (86,6%) mit Platzbauch ließen sich präoperativ Risikofaktoren für die Platzbauchentstehung erfassen. Bei diesen Patienten sollte das Risiko der Platzbauchentstehung bereits präoperativ berücksichtigt werden und ggf. protektive Maßnahmen wie z.B. Einzelknopfnähte angewandt werden.