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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Vorhofresektion bei maligner Infiltration durch ein Bronchialkarzinom: Morbidität, Mortalität und Langzeitüberleben

Meeting Abstract

  • Christian Graeb - Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximilians Universität, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
  • Andreas Kühnl - Klinikum rechts der Isar, Klinik für Gefäßchirurgie, München, Deutschland
  • Michael Lindner - Asklepios Fachkliniken München-Gauting, Thorarxchirurgisches Zentrum München, Gauting, Deutschland
  • Hans-Martin Hornung - Klinikum der Universität München, Deutschland
  • Karl-Walter Jauch - Universitätsklinikum der LMU München-Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik München Großhadern, München, Deutschland
  • Rudolf Hatz - Klinikum der LMU München, Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
  • Hauke Winter - Klinikum der Universität München, Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch401

DOI: 10.3205/10dgch401, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4015

Published: May 17, 2010

© 2010 Graeb et al.
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Einleitung: Das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom (NSCLC) im Stadium IIIb stellt bei strenger Indikation eine Kontraindikation zur chirurgische Therapie dar. Ob tatsächlich das lokalinvasive Wachstum (T4) einer N3-Lymphknotenmetastasierung gleichzusetzen ist, bleibt offen. In der aktuellen Arbeit haben wir Patienten die aufgrund von lokalinvasivem Wachstum in den rechten oder linken Vorhof mit und ohne Herz-Lungen-Maschine reseziert wurden an Hand der Daten unserer prospektiv geführten Datenbank analysiert.

Material und Methoden: Im Zeitraum 01/1991 bis 07/2008 wurden 35 Patienten im Stadium IIIb (T4, N0-2) mit einer Infiltration eines Bronchialkarzinoms in den rechten oder linken Vorhof reseziert. Das mediane Alter der Patienten war 60 Jahre mit einer Range von 41 bis 80 Jahren, darunter 30 männlich und 5 weibliche Patienten. (15 x ASA II, 18 x ASA III, 2 x ASA IV). Eine Pneumonektomie wurde in 31 Fällen und kleinere Resektionen bei 4 Patienten durchgeführt. Der Befall der Lymphknoten war wie folgt: 8xN0, 16xN1, 11xN2. 24 Pat. konnten R0 reseziert werden.

Ergebnisse: Postoperativ traten bei 20% der Patienten Komplikationen auf, 3 Patienten starben innerhalb von 30 Tagen nach Operation oder während des gleichen Krankenhausaufenthalts. Die mediane Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation und im Krankenhaus lag bei 2 bzw. 13 Tagen. Die 1-, 3- und 5-Jahres-Überlebensrate betrug 80%, 21% bzw. 16%. Die mediane Überlebenszeit von Patienten mit low-grade Tumoren (Grading 1–2) war mit 27 Monaten signifikant länger (p=0,026) als bei Patienten mit high-grade Tumoren (15 Monate). In der multivariaten Analyse zeigte sich, dass eine R0-Resektion die Überlebenswahrscheinlichkeit signifikant verbesserte (p=0,042).

Schlussfolgerung: Die kombinierte Resektion von Lunge und Vorhof ist komplex, kann aber mit einer angemessenen Morbidität und Mortalität auch bei Patienten mit mehreren Risikofaktoren durchgeführt werden. Patienten mit einem low-grade Tumor (Grading 1–2) und Patienten, bei denen eine R0-Resektion möglich ist, scheinen von einer radikalen Operation zu profitieren. Die Indikation zur chirurgischen Resektion bleibt bei diesen Patienten trotzdem individuell, wobei in ausgewählten Fällen ein Überlebensvorteil möglich zu sein scheint.