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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Das intraoperative Neuromonitoring (IONM) in der Schilddrüsenchirurgie – Prophet der Stimmbandpathologie?

Meeting Abstract

  • Andreas Richard Vosschulte - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland
  • Orlin Belyaev - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Chirurgische Klinik, Bochum, Deutschland
  • Bernd Bolik - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland
  • Christophe Müller - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland
  • Waldemar Uhl - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch395

DOI: 10.3205/10dgch395, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3957

Published: May 17, 2010

© 2010 Vosschulte et al.
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Einleitung: Das IONM ermöglicht die Identifikation und Funktionsüberprüfung des N. laryngeus recurrens (NLR). Stimmen die intraoperativ gewonnenen Informationen mit der postoperativen Stimmbandfunktion, und der nach 6 Monaten, überein?

Material und Methoden: Retrospektiv wurden 290 Patienten mit 509 „nerves at risk” (NAR) erfasst. Verwendet wurde ein Nadelelektroden- oder ein Tubuselektrodensystem. Nach Identifikation mit IONM gab es 2 Zustände:

  • IONM am Anfang der OP regelrecht, dann Signalveränderung
  • IONM regelrecht, am Anfang und Ende der OP.

Diese Zustände wurden mit dem Stimmbandbefund postoperativ und nach 6 Monaten in einer Vierfeldertafel verglichen. Ermittelt wurde die Sensitivität, die Spezifität, der positiv prädiktive Wert (PPV) und der negativ prädiktive Wert (NPV) post-OP und nach 6 Monaten.

Ergebnisse: Von 290 Patienten (509NAR) wurde bei 284 Patienten (499NAR) erfolgreich ein IONM durchgeführt. Die Identifikationsrate war 98%. Bei 455NAR stimmte das regelrechte IONM Signal mit der postoperativen Laryngoskopie überein. Bei 10 NAR war das IONM auffällig, die Laryngoskopie pathologisch. Divergente Aussagen lagen bei 34NAR vor, 27-mal falsch positiv (IONM o.p.B, Laryngoskopie pathol.) und 7-mal falsch negativ (IONM auffällig, Stimmbandbefund o.p.B.). Die Spezifität war 98,5%, die Sensitivität 27%, der PPV 58,8%, der NPV 94,4%. Nach 6 Monaten regenerierten 18NAR (13 aus der Gruppe der Falsch-positiven und 5 aus der der Richtig-negativen). Die Spezifität war nun 97,5%, die Sensitivität 26,3%, der PPV 29%, der NPV 97,1%.

Schlussfolgerung: Das IONM ermöglicht eine gute Nervenidentifikation. Die Vorhersagequalität des IONM in der Gruppe der regelrechten Post-OP-Stimmbandfunktion ist hoch, in der Gruppe der auffälligen Stimmbandbefunde ist sie niedrig. Ist ein IONM Signal unauffällig, entspricht dies sehr zuverlässig dem Stimmbandbefund, auch nach 6 Monaten.