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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Mutationen im RET-Protoonkogen und Penetranz der MEN 2A-Manifestationen

Meeting Abstract

  • Elisabeth Schellhaas - Charite Campus Benjamin Franklin, Allgemeinchirurgie, Berlin, Deutschland
  • Marie-Ch. König - Charite Campus Benjamin Franklin, Allgemeinchirurgie, Berlin, Deutschland
  • H.-J. Buhr - Universitätsklinikum Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik und Poliklinik I, Berlin, Deutschland
  • Hubert G. Hotz - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch389

DOI: 10.3205/10dgch389, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3896

Published: May 17, 2010

© 2010 Schellhaas et al.
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Text

Einleitung: MEN 2 ist ein Syndrom aus Medullärem Schilddrüsenkarzinom (MTC), Phäochromozytom (PHÄO) und Primärem Hyperparathyreoidismus (HPT)), verursacht durch eine Keimbahnmutation im RET-Protoonkogen. Die jeweilige Mutation bestimmt Manifestationsalter und Penetranz der drei Tumorentitäten (für MTC ~100%). Ziel dieser Studie war die Untersuchung der Bedeutung der jeweils substituierten Aminosäuren in gleicher Lokalisation für die Penetranz von PHÄO und HPT.

Material und Methoden: Retrospektiv wurden die Krankenakten der seit 1989 in unserer Abteilung wegen eines hereditären MTC oder eines dazu prädisponierenden Gendefekts operierten Patienten analysiert. Anhand der Familienanamnese wurden Stammbäume konstruiert, diese Daten in Bezug gesetzt zu den RET-Protoonkogen-Mutationen.

Ergebnisse: 112 Patienten (Pat) aus 33 Familien (Fam) (38 PHÄOs und 7 HPTs) wurden untersucht. Die häufigste Mutation betraf Codon 634 (19 Fam, 72 Pat, 31 PHÄOs, 4 HPTs). In Abhängigkeit von der Cystein (Wildtyp) ersetzenden Aminosäure gab es Unterschiede in der Inzidenz von PHÄOs und HPTs. (Tabelle 1 [Tab. 1]) Es gab je eine Fam mit Mutation in Codon 791 (3 Pat), 790 (4 Pat), 618 (3 Pat), 648 (3 Pat), 804 (2 Pat), Exon 10 (3 Pat). In diesen sechs Familien wurde kein PHÄO kein HPT beobachtet. Bei 8 Fam (22 Pat, 7 PHÄOs, 3 HPTs) lagen keine Informationen zur Lokalisation der Mutation vor.

Schlussfolgerung: In unserer Patientenpopulation zeigen sich nicht nur Unterschiede in der Häufigkeit der einzelnen Mutationen sondern auch in der Ausprägung von PHÄO und HPT in Abhängigkeit von der neu eingebrachten Aminosäure, selbst bei Mutationen im gleichen Genlokus.