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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Synergistisches Kooperationsmodell einer Universitätsklinik mit einer Klinik der Grund- und Regelversorgung als Alternative zum Portalklinikmodell

Meeting Abstract

  • Sebastian Birker - Klinik Blankenstein, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Abteilung der Universitätsklinik Bochum, Hattingen, Deutschland
  • Bernd Bolik - Klinik Blankenstein, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Abteilung der Universitätsklinik Bochum, Hattingen, Deutschland
  • Orlin Belyaev - St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Chirurgische Klinik, Bochum, Deutschland
  • Waldemar Uhl - St. Josef-Hospital Bochum, Klinik der Ruhr-Universität, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland
  • Christophe Müller - Klinik Blankenstein, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Abteilung der Universitätsklinik Bochum, Hattingen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch373

DOI: 10.3205/10dgch373, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3733

Published: May 17, 2010

© 2010 Birker et al.
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Einleitung: In Deutschland kämpfen kleine Kliniken ums Überleben, dadurch entstehen Portalkliniken und Medizinische Versorgungszentren. Dies bedeutet für ältere multimorbide Patienten mit schwachem sozialem Netzwerk häufig eine heimatferne Versorgung. Des Weiteren besteht in den Portalkliniken/MVZ Personalnot, da durch ein schmales Behandlungsspektrum eine geringe Weiterbildungsermächtigung besteht und somit die Klinik für Assistenten nicht attraktiv ist.

Material und Methoden: Im Zuge eines Chefarztwechsels wurde die chirurgische Klinik in Blankenstein an die viszeralchirurgische Abteilung der Universitätsklinik Bochum im St. Josef Hospital Bochum angegliedert. Hierbei wurde jedoch die Abteilung nicht als Portalklinik genutzt, sondern zwei Oberärzte installiert und die in der Universitätsklinik üblichen Diagnostik- und Behandlungsalgorhythmen etabliert.

Ergebnisse: Durch diese Kooperation wurde in beiden Kliniken das gleiche Behandlungsspektrum angeboten. Operationszahlen, Fallzahlen und die Fallschwere in der kleinen Klinik konnte gesteigert werden. Es konnten vakante OP-Kapazitäten in den Kliniken durch den Austausch von Patienten genutzt werden und so in beiden Häusern eine effizientere Nutzung der bestehenden Ressourcen erreicht werden. Im Zeitraum 10/2007 bis 02/2009 wurde die komplexe Chirurgie in Blankenstein ohne Qualitätsverlust erweitert. Durch die erhöhte Fallschwere/-zahl konnte der Umsatz dort um ca. 30% (562 Casemixpunkte) gesteigert werden.

Schlussfolgerung: Dieses synergistische Kooperationsmodell birgt eine win-win-win Situation in sich. Zum einen gewinnt der Patient, da er eine qualitativ hochwertige heimatnahe Behandlung erhält. Die kleine Klinik gewinnt über eine konstante Belegung Planungssicherheit. Die große Klinik gewinnt Flexibilität, was Wartelisten verkürzt und Patientenzufriedenheit steigert.