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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Nachträgliche Revitalisierung hypotherm-ischämisch gelagerter Spenderlebern durch Sauerstoffpersufflation

Meeting Abstract

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  • Martina Kötting - Univ.Klinik Essen, Chirurgie, Essen, Deutschland
  • Thomas Minor - Univ.Klinikum Bonn, Chirurgische Forschung, Bonn, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch346

DOI: 10.3205/10dgch346, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3468

Published: May 17, 2010

© 2010 Kötting et al.
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Einleitung: Der Mangel an Spenderorganen hat dazu geführt, viele Lebern marginaler Qualität zur Transplantation in Betracht zu ziehen. Mithilfe der Sauerstoffpersufflation (Insufflation von gasförmigem O2 über das venöse Gefäßbett) deren Durchführbarkeit unter klinischen Bedingungen kürzlich gezeigt wurde, könnten Redoxstatus und Gewebeintegrität marginaler Organe unmittelbar vor der Transplantation verbessert werden. Hier sollten Potential und optimale Anwendungsbedingungen dieser Methode am Großtierorgan evaluiert werden.

Material und Methoden: Isolierte Schweinelebern wurden im Anschluß an eine 18-stündige kalte Lagerung (CS) oder erst nach einer zusätzlichen hypothermen Rekonditionierung (HR) von 1, 2 oder 3 h gasförmiger Sauerstoffpersufflation (HR1. HR2 bzw. HR3) in einer temperierten Perfusionskammer zur Vitalitätsbeurteilung mit Eigenblut reperfundiert.

Ergebnisse: Dabei ergab sich eine 2-fache, signifikante Reduktion der Enzymfreisetzung wie auch der TNF Plasmaspiegel durch HR (max. bei HR2). HR steigerte auch Cholinesterasesynthese, Galleproduktion und energetische Erholung (ATP, ECP) um den Faktor 2 (p<0.05). Darüberhinaus waren sowohl der portale, als auch der arterielle vaskuläre Stömungswiderstand nach HR signifikant gegenüber CS reduziert. Als konkordantes Zeichen einer vaskulären Protektion durch HR fanden sich eine verminderte Aufregulierung von v.Willebrand Faktor mRNA sowie signifikant geringeres Thrombozyten trapping während der Reperfusion.

Schlussfolgerung: Zusammenfassend zeigen diese Ergebnisse eine Möglichkeit auf, marginal konservierte Lebern noch im Anschluss an die kaltischämische Lagerung deutlich besser für die normotherme sanguine Reperfusion vorzubereiten. Dabei sind 2h Behandlung ausreichend. Angesichts der logistischen Vorteile empfiehlt sich dieses Konzept einer „a posteriori“ Behandlung für eine breitere Anwendung