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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Sialyl Lewis X (SLeX) als prognostischer Faktor beim kolorektalen Karzinom (KRK)

Meeting Abstract

  • L. Schiffmann - Chirurgische Universitätsklinik Rostock, Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland
  • F. Schwarz - Chirurgische Universitätsklinik Rostock, Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland
  • Michael Linnebacher - Universitätsklinikum Rostock, Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland
  • Friedrich Prall - Universität Rostock, Institut für Pathologie, Rostock, Deutschland
  • J. Pahnke - Zentrum für Neurologie, Universität Rostock, Abteilung für Neurologie, Rostock, Deutschland
  • J. Lange - Chirurgische Universitätsklinik Rostock, Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland
  • Brigitte Vollmar - Universität Rostock, Institut für experimentelle Chirurgie, Rostock, Deutschland
  • Ernst Klar - Universitätsklinikum Rostock, Klinik für Allgemeine Chirurgie, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch319

DOI: 10.3205/10dgch319, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3196

Published: May 17, 2010

© 2010 Schiffmann et al.
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Text

Einleitung: SLeX wird mit steigendem UICC Stadium zunehmend exprimiert und führt zur Prognoseverschlechterung. Eine Bestimmung von SLeX hat sich in der Klinik bisher – wohl aufgrund des ausschließlich auf der Immunhistochemie basierenden Nachweises und schwer reproduzierbaren Färbescores – nicht durchgesetzt. Deshalb haben wir die prognostische Wertigkeit der Expression von SLeX in unserem eigenen Krankengut analysiert.

Material und Methoden: In die retrospektive Studie wurden 215 Patienten einbezogen, die sich der Resektion eines KRKs im UICC-Stadium III oder IV unterzogen. Die immunhistochemische Darstellung der SLeX-Expression erfolgte an Tumormaterial aus Paraffin-eingebetteten Resektatblöcken. Nach automatisierter Färbung wurde ein fünfstufiger, einfach anzuwendender Score für die Auswertung neu entwickelt und etabliert.

Ergebnisse: Je eine Gruppe mit hohem und niedrigem Risiko wurde durch die Bestimmung des Cutoff-Färbescores gebildet. Dieser wurde mittels Auftragung martingaler Residuen über dem Färbescore nach der LOESS-Methode als Funktion des Scores ermittelt. Die tumorbezogenen 5-JÜR der beiden Gruppen im Stadium III unterschieden sich signifikant, wobei eine stärkere SLeX-Expression mit einer kürzeren Überlebenszeit einherging (Abbildung 1 [Abb. 1]). Beim rezidivfreien Überleben im Stadium III konnte nur ein tendentieller Unterschied beobachtet werden. Die Gegenüberstellung von etablierten Prognosefaktoren und der SLeX-Expression ergab keine Zusammenhänge.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse bestätigen die inverse Beziehung einer starken SLeX-Expression und dem tumorbedingten Überleben. Wegen des einfach anzuwendenden Färbescores sowie der Nutzung eines kommerziell erhältlichen Antikörpers kann die Bestimmung in der histopathologischen Routine somit empfohlen werden. Die mögliche Wertigkeit von SLeX als Enscheidungsparameter zur adjuvanten Therapie sollte Ziel einer prospektiven randomisierten Studie werden.