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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Die analplastische Rekonstruktion nach Ferguson – eine seltene Indikation zur Wiederherstellung des Anus

Meeting Abstract

  • Markus Kleemann - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Katharina Schmidt - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Kinderchirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Ralf. Bouchard - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Hans-Peter Bruch - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Chirurgisches Forschungslabor, Klinik für Chirurgie, Lübeck, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch308

DOI: 10.3205/10dgch308, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3089

Published: May 17, 2010

© 2010 Kleemann et al.
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Text

Einleitung: Wir berichten über einen 37-jährigen Patienten mit langer Leidensgeschichte. Nach seiner Flucht aus Afrika trat bei dem HIV-positiven Patienten ein Burkittlymphom am Anus auf. Eine initiale „Hämorrhoiden-Operation“ in einem europäischen Aufnahmestaat lieferte den Befund eines Burkitt-Lymphoms mit folgender Radiochemotherapie und Vorschaltung eines Anus praeter descendens. Der Anus war komplett narbig verschlossen. Initial zeigte sich in der klinischen Untersuchung ein prinzipiell kontraktiler Sphinkterapparat mit deutlich erkennbaren Kontraktionen unter der analen Narbenplatte. Auch die MRT-Untersuchung des kleinen Beckens zeigte einen morphologisch intakten Sphinterapparat.

Ergebnisse: Wir stellen das seltene operative Vorgehen anhand der Literatur und der intra- und postoperativen Bilddokumentation dar.

Nach Ausschluß eines Rezidivs des Burkitt-Lymphoms und einer immunologischen Statuserhebung seitens der HIV-Infektion führten wir in einem erstem Schritt unter endoskopischer Sicht über das Stoma eine Punktion und Dilatation der Narbe in Seldingertechnik mit anschliessender Bougierung durch. In einem zweiten Schritt erfolgte dann die analplastische Rekonstruktion nach Ferguson mit zwei Schwenklappenplastiken nach Ferguson. Die Wundheilung war per primam und die Sphinktermanometrie und klinische Kontinenzuntersuchungen wie Wasser- und Quarkeinlauf waren regelrecht. Die anale Sensibilität war durch das Neoanoderm erhalten.

(Abbildung 1 [Abb. 1])

Schlussfolgerung: Die S-Plastik nach Ferguson ist nicht nur beim Whitehead-Anus anzuwenden, sie kann auch in den sehr seltenen Fällen einer kompletten Analkanalstenose nach Rekanalisation zur Rekonstruktion des Neoanus sicher verwendet werden.


Literatur

1.
Faulconer HT, Ferguson JA. Anal S-plasty for “Whitehead Deformity”. Dis Col Rect. 1973;16:388-91.
2.
Ferguson JA. Repair of “Whitehead deformity” of the anus. Surg Geyn Obstet. 1959;108:115.