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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Deregulation von HIF-1alpha und Hypoxie regulierten Signalwegen im HCC und nicht-malignen Lebergewebe – Einfluss des Host-Stromas auf die Prognose des HCC

Meeting Abstract

  • Frank Weber - Universitätsklinikum Essen, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Frank Simon - Universitätsklinikum Essen, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Christian Praha - Universitätsklinikum Essen, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Hideo Baba - Universitätsklinikum Essen, Pathologie und Neuropathologie, Essen, Deutschland
  • Joachim Fandrey - Universitätsklinikum Essen, Physiologie, Essen, Deutschland
  • Maximilian Bockhorn - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Andreas Paul - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch218

DOI: 10.3205/10dgch218, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2180

Published: May 17, 2010

© 2010 Weber et al.
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Einleitung: HIF-1 koordiniert die zelluläre Antwort auf Hypoxie und ist ein essentieller Faktor im Rahmen der Tumorprogression. Eine erhöhte Expression von HIF-1 im Tumorgewebe wird gewöhnlich mit einer schlechten Prognose korreliert. In welcher Form die HIF-1 Expression im vermeintlich nicht-malignen Lebergewebe den natürlichen Verlauf nach Tumorresektion beeinflusst war Ziel dieser Studie.

Material und Methoden: Tumorgewebe sowie das jeweilige nicht maligne Lebergewebe von 45 Patienten mit Hepatozellulären Karzinom (HCC) wurde im Rahmen der Operation asserviert und kryokonserviert. RNA Extraktion und RT-PCR erfolgte gemäß den üblichen Protokollen. Die HIF-1 Expression wurde mit verschiedenen klinischen Parametern korreliert. Die Hochdichte Expressionsanalyse erfolgte mit dem Affymetrix GeneChip HG-U133A Plus 2. Deregulierte Signaltransduktionskaskaden wurden anhand der Hochdichte Expressionsanalyse und der Ingenuity Pathway Analysis Software identifiziert.

Ergebnisse: Überraschend, Patienten mit hoher HIF-1 Expression im HCC (Gruppe 1) gegenüber dem jeweiligen nicht-malignen Gewebe zeigten ein signifikant besseres Überleben als die Patienten mit niedriger HIF-1 Expression (95% C.I. 1816–2811 vs. 848–1535 Tage, p<0.001). Die Lethalität war in der Gruppe 1 signifikant höher (14/16 Patienten vs. 17/29 Patienten, p=0.003). Die Patienten mit schlechter Prognose wiesen jedoch eine signifikant höhere (p=0.001) HIF-1 Expression im nicht-malignen Lebergewebe auf. Die HIF-1 Expression im nicht-malignen Lebergewebe von Patienten der Gruppe 1 und in normalen Kontroll-Lebergewebe waren gleich. Im Gegensatz lag die HIF-1 Expression in der Gruppe mit schlechter Prognose um den Faktor 1.6 signifikant (p=0.002) höher. Die Hoch-dichte Genexpressionsanalyse erlaubte die Identifizierung potentieller Signalwege, die durch die alterierte HIF1 Expression dereguliert werden und so die natürliche Progression der Erkrankung beeinflussen.

(Abbildung 1 [Abb. 1])

Schlussfolgerung: HIF-1 Expression im HCC muß im Kontext zum jeweiligen nicht-malignen Lebergewebe gewertet werden. Unsere Studie legt den Schluss nahe, dass die Deregulation von HIF-1 und der abhängigen Signalweg im nicht-malignen Lebergewebe einen signifikanten Einfluß auf die Prognose beim HCC haben.