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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Der Heparin-bindende Wachstumsfaktor Midkine ist häufig überexprimiert und fördert Zellproliferation im Pankreaskarzinom

Meeting Abstract

  • Cenap Güngör - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Maike Frank - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Luisa Dietrich - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Emre F. Yekebas - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Maximilian Bockhorn - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Jakob R. Izbicki - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch092

DOI: 10.3205/10dgch092, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0923

Published: May 17, 2010

© 2010 Güngör et al.
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Einleitung: Midkine (MK) ist ein heparin-bindender Wachstumsfaktor und ist erstmalig entdeckt worden als Genprodukt, das im, durch Retinolsäure induzierten Differenzierungsprozess embryonaler Tumorzellen, exprimiert wird. MK spielt in der Tumorgenese verschiedener Tumorerkrankungen eine Rolle und besitzt u.a. mitogene und anti-apoptotische Funktionen. Unser Ziel war es neue Faktoren zu identifizieren, welche in der Progression des Pankreaskarzinoms eine entscheidende Rolle spielen.

Material und Methoden: Es wurden für drei primäre Pankreaskarzinom Zelllinien, RNA-Expressionsprofile mittels Affymetrix Genchips aufgestellt und mit Kontrol RNA aus normalem Pankreasgewebe verglichen. Die Verifizierung überexprimierter Kandidatengene erfolgte mittels Real Time PCR (RT-PCR). Um eine RNA-Überexpression auf Proteinebene zu bestätigen, wurden immunologische Nachweisverfahren wie Tissue Microarray u. Western Blot durchgeführt. Die spezifische Depletion von MK, wurde mittels siRNA durchgeführt. Der Einfluss der MK-Depletion auf die Proliferation, wurde mittels MTT-Assay überprüft.

Ergebnisse: In allen drei primären Pankreaskarzinom Zelllinien konnte eine, im Vergleich zum gesunden Pankreasgewebe, deutlich gesteigerte MK-Genexpression mittels Microarray nachgewiesen werden. Mittels RT-PCR, konnten die Microarray Ergebnisse bestätigt werden. Die immunhistochemische Färbung eines Tissue Microarray mit spezifischen MK Antikörpern zeigte eine, im Vergleich zu gesundem Kontrollgewebe, signifikant gesteigerte MK-Proteinexpression. Der siRNA vermittelte MK-knockdown wurde mittels RT-PCR und Western Blot bestätigt. Mittels MTT-Assay konnten wir in vitro zeigen, dass der MK-knockdown mit einer verringerten Zellproliferation einhergeht.

Schlussfolgerung: Die Überexpression von Midkine im Pankreaskarzinom ist mit einer gesteigerten Proliferation verbunden, da die zelluläre MK-Depletion zur deutlich verringerten Proliferation von Pankreaskarzinomzellen führt. Unsere Daten zeigen, dass MK ein potentielles Target bei der Behandlung des Pankreaskarzinoms darstellt. Derzeit überprüfen wir in Mausmodellen, ob eine MK-Depletion in vivo zu einem verringerten Tumorwachstum führt.