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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Frühergebnisse nach extra-levatorischer zylindrischer abdominoperinealer Rektumexstirpation wegen Rektumkarzinomen im unteren Drittel im Vergleich zur herkömmlichen Technik

Meeting Abstract

  • Sigmar Stelzner - Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Gunter Hellmich - Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Erik Puffer - Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, Institut für Pathologie, Dresden, Deutschland
  • Clemens Schubert - Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, Klinik für Radiologie, Dresden, Deutschland
  • Gunter Haroske - Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, Institut für Pathologie, Dresden, Deutschland
  • Helmut Witzigmann - Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, Städtisches Klinikum Universität Dresden, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dresden, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch054

DOI: 10.3205/10dgch054, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0545

Published: May 17, 2010

© 2010 Stelzner et al.
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Einleitung: Die herkömmliche Technik der abdominoperinealen Rektumexstirpation (APE) ist gekennzeichnet von einer vergleichsweise hohen Lokalrezidivrate. Operationstechnisch als ursächlich anzusehen sind eine hohe Rate an Darmperforation, Tumorbefall am zirkumferentiellen Resektionsrand (CRM) und Abszesse im Bereich der sakralen Wunde. Wir untersuchen, inwieweit die zylindrische Operationstechnik nach Holm (BJS 2007) eine Verbesserung dieser Frühergebnisse erzielt.

Material und Methoden: Von 1997 bis 2008 führten wir bei 117 Patienten mit einem Rektumkarzinom eine APE mit makroskopisch lokal vollständiger Tumorentfernung durch (Gruppe I). 21 weitere Patienten wurden seit 2006 nach der zylindrischen Operationstechnik behandelt (Gruppe II). Die Versorgung der sakralen Wunde mit einem beidseitigen V-Y Verschiebelappen wurde parallel eingeführt. Die Patienten- und Tumordaten wurden in einer prospektiven Datenbank erfasst. Als Endpunkte wählten wir die Perforationsrate, die Tumorfreiheit am CRM und die Rate der abszedierenden Wundheilungsstörungen. Statistische Vergleiche wurden mit dem Fisher exact test vorgenommen.

Ergebnisse: Das mediane Alter der Patienten in Gruppe I betrug 68,5 Jahre, das der Gruppe II 68 Jahre. In Gruppe I waren 46 (39,3%) Patienten neoadjuvant vorbehandelt, in Gruppe II 19 (90,4%). Bezogen auf den Haupttumor trat in Gruppe I dreimal ein positiver CRM auf (Erfassung bei 58 Patienten komplett), in Gruppe II keinmal. Zu einer unbeabsichtigen Darmperforation kam es in Gruppe I 17mal (14,5%), in Gruppe II nicht (p=0,049). Wundheilungsstörung mit eröffnungspflichtigem Abszeß trat in Gruppe II einmal auf (4,8%), in Gruppe I bei 26 Patienten (22,2%; p=0,049). Die Lokalrezidivrate betrug für Gruppe I kumulativ 9,66% (n=9), für die Gruppe II kann wegen der kurzen Nachbeobachtungszeit noch keine Aussage getroffen werden.

Schlussfolgerung: Die extra-levatorische zylindrische Rektumexstirpation ist der herkömmlichen Technik hinsichtlich der Frühergebnisse – insbesondere der unbeabsichtigten Darmperforation – überlegen. Von der Verbesserung dieser Surrogatparameter ist eine Senkung der Lokalrezidivrate zu erwarten.