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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Behandlung von rektovesikalen bzw. rektourethralen Fisteln durch Interposition des M. gracilis

Meeting Abstract

  • corresponding author T. Wolter - Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- u. Verbrennungschirurgie, Universitätsklinikum Aachen
  • H. Borchers - Urologische Klinik, Universitätsklinikum Aachen
  • G. Jakse - Urologische Klinik, Universitätsklinikum Aachen
  • N. Pallua - Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- u. Verbrennungschirurgie, Universitätsklinikum Aachen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch11527

DOI: 10.3205/09dgch306, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch3063

Published: April 23, 2009

© 2009 Wolter et al.
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Einleitung: Rektovesikale bzw. rektourethrale Fisteln sind Komplikationen die im Zusammenhang mit radikaler Prostatektomie und Brachytherapie bei Prostatakarzinom auftreten können. Es handelt sich um ein Krankheitsbild mit hoher Morbidität und Rezidivneigung. Die chirurgische Sanierung wird oftmals durch das vorgeschädigte und bestrahlte Gewebe erschwert.

Material und Methoden: Es wird über 8 Patienten (Alter: 44–68 Jahre) mit rektovesikalen bzw. rektourethralen Fisteln bei urologischem Krankheitsbild berichtet. 6 dieser Patienten wiesen Rezidivfisteln auf. Der Fistelverschluss und eine ggfs. indizierte radikale Prostatektomie erfolgte bei allen Patienten durch einen perinealen Zugang. Als Weichteilinterponat danach wurde ein gestielter M. gracilis eingebracht. Das Heben des Muskels erfolgte in typischer Weise mit einer kurzen Inzision am medialen Oberschenkel und einer distalen Gegeninzision, die proximale Insertion und die Innervation wurden dabei belassen. Der Muskel wurde subcutan getunnelt und in den Defekt einrotiert. Das distale Ende des Muskels wurde oberhalb des Fistelgebietes befestigt, der Hautverschluss erfolgte in allen Fällen direkt. Der Nachbeobachtungszeitraum liegt bei maximal 28 Monaten.

Ergebnisse: Bei allen Patienten konnten die Fisteln erfolgreich korrigiert werden, es wurde kein Rezidiv beobachtet. Der Heilungsverlauf war unter initialer Bettruhe unauffällig, eine signifikante Einschränkung wurde nicht berichtet. In allen Fällen zeigte sich der M. gracilis von ausreichender Länge um ein suffizientes Weichteillager am Fistelverschluss zu schaffen.

Schlussfolgerung: Die Versorgung dieser komplizierten Fisteln erfordert eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit. Der perineale Zugang eignet sich hervorragend zur Versorgung und dem Verschluss von Fisteln. Auch zusätzliche Maßnahmen wie (radikale) Prostatektomie sind durch diesen Zugang problemlos möglich. Ein Muskelinterponat mit dem M. gracilis erlaubt in der selben Sitzung durch den gleichen Zugang eine sichere Weichteilversorgung bei rezidivierenden und bei radiogenen rektovesikalen bzw. rektourethralen Fisteln ohne signifikante Hebemorbidität.