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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Erhöhte Kompliaktionsrate bei mikrobieller Besiedelung der Gallenwege bei partieller Duodenopankreatektomie

Meeting Abstract

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  • corresponding author A. Kolb - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • M.W. Büchler - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • J. Werner - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch11610

DOI: 10.3205/09dgch146, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch1465

Published: April 23, 2009

© 2009 Kolb et al.
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Einleitung: Im Verlauf nach Pankreaskopfresektionen (ppWhipple) kommt es in 25–30% zu perioperativen Komplikationen unterschiedlichster schwere. 75–80% hiervon sind infektiöser Ursache. Das Ziel dieser Studie war es Ursache und Zusammenhänge von mikrobieller Besiedlung des Gallengangssystems mit postoperativem Krankheitsverlauf zu analysieren.

Material und Methoden: Bei 80 Patienten wurde im Rahmen Pankreaskopfresektionen intraoperativen Gallenwegsabstriche entnommen und eine Korrelation mit präoperativer Diagnostik, sowie perioperativer Mobidität und Letalität erstellt.

Ergebnisse: Die Analyse zeigte bei präoperativ durchgeführter ERCP 54% positiven Keimbefund im intraoperativen Gallengangabstrich. Die bilaterale Korrelationsanalyse nach Pearson zeigte einen signifikanten Zusammenhang zwischen ERCP und Nachweis von Mikroorganismen (p<0,01). Im analysierten Kollektiv hatten 20% der Patienten perioperative Komplikationen, davon 80% infektiöser Ursache. Eine weitere Analyse zeigte eine signifikante Korrelation (p<0,01) von Komplikationen mit der Nachweis von Keimen im intraoperativen Abstrich. Das Keimspektrum des intraoperativen Befundes zeigte sich in ca. 75% übereinstimmend mit den postoperativen Problemkeimen. Die Komplikationsrate bei Patienten ohne ERCP liegt bei 15% und ist damit geringer.Ein Zusammenhang von erhöhter Komplikationsrate zu präoperativer Cholestase und erhöhten Bilirubinwerten bestand nicht.

Schlussfolgerung: Bei OP-Indikation ist bei Patienten mit Pankreaskopfkarzinom zur Vermeidung perioperativer Komplikationen nach Möglichkeit auf eine ERCP oder gar Stentplatzierung zu verzichten, da hierdurch indirekt die Komplikations- und damit die Morbiditätsrate erhöht werden. Bei positivem intraoperativen Keimnachweis ist trotz perioperativ routinemässig durchgeführter Antibiotikaprophylaxe die Komplikationsrate erhöht. Randomisierte kontrollierte Studien zur Notwendigkeit einer erweiterten perioperativen Antibiotikaprophylaxe bei partieller Duodenopankreatektomie nach ERCP sind notwendig um die Sicherheit der Patienten zu erhöhen.