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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Die Handgelenkdenervation – fester Bestandteil des Repertoires zur Behandlung schmerzhafter (posttraumatischer) Handgelenksarthrosen

Meeting Abstract

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  • corresponding author B. Kisse - Klinik für Hand-, Brust- und Plastische Chirurgie, Klinikum Neustadt

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch11319

DOI: 10.3205/09dgch104, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch1048

Published: April 23, 2009

© 2009 Kisse.
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Einleitung: Vor genau 50 Jahren veröffentlichte A. Wilhelm seine anatomischen Studien zur Innervation des Handgelenks bzw. der Handwurzel, auf denen basierend die Handgelenkdenervation als Operationsmethode entwickelt wurde. Durch die Fortschritte der Handgelenk- und Karpuschirurgie in den letzten Jahr(zehnt)en ist diese Methode in den Hintergrund getreten bzw. wurde sie nicht mehr in der beschriebenen Weise durchgeführt. An Hand der eigenen Erfahrungen wird dargestellt, dass die Denervation bei gezielter Indikationsstellung weiterhin ein unverzichtbares Instrument in der Behandlung schmerhafter Arthrosen darstellt.

Material und Methoden: In den Jahren 2000–2007 wurden bei 13 Männern (Durchschnittsalter 51,7 Jahre) und 11 Frauen (D.-Alter 65,4 Jahre) eine komplette Denervation (Punkte 1-10 nach Wilhelm, mit Ausnahme des Punktes 5) durchgeführt; daneben bei 4 Männern (D.-Alter 40.5 Jahre) und 10 Frauen (46,3 Jahre) eine partielle (streckseitige) Denervation, d.h. in der Regel mindestens die Punkte 1,2,4, 9 und 10 umfassend. Präoperative Maßnahmen (Testung!), intraoperatives Vorgehen und Nachsorge werden geschildert.

Ergebnisse: Allen Patienten war präoperativ eine schmerzhaft bedingte Einschränkung bei der beruflichen Tätigkeit bzw. bei den Verrichtungen des täglichen Lebens gemeinsam. Ziel der Denervation ist es, den Patienten eine Methode ohne längere Immobilisierung (mit entsprechenden Ausfallzeiten) und mit Erhalt der präoperativen Beweglichkeit des Handgelenkes anzubieten. Dieses Ziel konnte in der weit überwiegenden Zahl der Fälle erreicht werden. Dabei ist auch die Bedutung der Methode als "Zwischenlösung" mit einem vorübergehendem Zeitgewinn(z.B. kurz vor der Berentung) nicht zu unterschätzen. Nur dreimal mußte im weiteren Verlauf eine Handgelenkarthrodese vorgenommen werden. Als einzig gravierendere Komplikation verblieb bei einer Patientin eine bleibende Dysästhesie eines Astes des N. radialis superficialis, insgesamt kann die Denervation als sicheres, wenig invasives Verfahren angesehen werden. Bei korrekter Indikationsstellung und entsprechender Beratung der Patienten ist die Denervation für uns ein unverzichtbares Instrument in der differentialtherapeutischen Entscheidung. Von besonderer Bedeutung für die Aufkläung und Führung der Patienten erwies sich die präoperative Testung, die deshalb mittlerweile regelhaft durchgeführt wird.

Schlussfolgerung: Die Denervation hat in der Behandlung der Handgelenksarthrose weiter ihren festen Platz. Es geht im Blick auf die Alternativen (wie Teilarthrodesen, Korrekturosteotomien u.a.) nicht um ein "Entweder-oder" sondern ein "sowohl-als auch". Die Bedürfnisse der Patienten sind dabei in der Indikationsstellung oft leitend. Humanität für den einzelnen Patienten ergibt sich folglich nicht aus einer bestimmten Technik an sich, sondern aus dem gezielt für den konkreten Patienten ausgewählten Behandlungsverfahren.