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30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012)

11.01. - 14.01.2012, Nassfeld, Österreich

Der Einsatz des Versajet-Hydrochirurgiesystems® zur Optimierung des Wunddebridements bei der Behandlung von gemischt zweitgradigen Gesichtsverbrennungen

Meeting Abstract

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  • corresponding author M. Rapp - Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Marienhospital Stuttgart, Böheimstraße 37, D-70199 Stuttgart
  • F.F. Al-Shukur - Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Marienhospital Stuttgart, Böheimstraße 37, D-70199 Stuttgart
  • U.C. Liener - Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Marienhospital Stuttgart, Böheimstraße 37, D-70199 Stuttgart

Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. 30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012). Nassfeld, Österreich, 11.-14.01.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dav87

DOI: 10.3205/12dav87, URN: urn:nbn:de:0183-12dav873

Published: August 7, 2012

© 2012 Rapp et al.
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Einleitung: Nach Gesichtsverbrennungen stellt die rasche und narbenfreie Rekonstruktion eine große Herausforderung dar. Bei gemischt zweitgradigen Gesichtsverbrennungen ist dazu ein korrektes Wunddebridement unbedingt erforderlich. Es sollte ein ausreichend tiefes Wunddebridement mit Entfernung aller Nekrosen durchgeführt werden. Ein zu tiefes Wunddebridement muss vermieden werden, um unter der Therapie mit Suprathel® gegebenenfalls Spalthauttransplantationen vermeiden zu können.

Bei einem zu oberflächlichen Wunddebridement besteht die Gefahr eines Weichteilinfektes mit einem konsekutiven Nachtiefen der Verbrennung, die spätere Spalthauttransplantationen notwendig macht.

Methoden: Im Stuttgarter Schwerbrandverletztenzentrum wird seit November 2008 das Versajet-Hydrochirurgiesystem® der Firma Smith&Nephew mit dem Exact-Kopfstück 14 mm verwandt.

Von November 2008 bis Dezember 2010 wurden 17 Schwerbrandverletzte (13 Männer,

4 Frauen: Durchschnittsalter 53,6 Jahre, mittlere KOF 12,5%, mittlerer ABSI 6,2;

7 Inhalationstraumata, 1 Exitus letalis) mit Gesichtsverbrennungen mit Hilfe des Versajet-Hydrochirurgiesystem® behandelt und retrospektiv ausgewertet. Die Gesichtsverbrennungen wurden teilweise mehrfach debridiert.

Bei 16 Patienten wurden die debridierten Verbrennungsareale mit Suprathel® bedeckt. 1 Patient verstarb zuvor im Multiorganversagen.

Ergebnisse: Mit dem Versajet-Hydrochirurgiesystem® kann im Gesicht bei runden Konturen mit sehr verschieblicher Haut wie im Bereich von Mund, Nase und Augenpartie ein problemloseres und sauberes Wunddebridement durchgeführt werden. Bei tief dermalen Verbrennungen kann durch die unterschiedlich einstellbaren Arbeitsstufen eine exaktere Nekrosenabtragung in der Dermis unter Schonung gesunden Gewebes mit weniger Blutverlust erreicht werden.

Schlussfolgerung: Der Einsatz des Versajet-Hydrochirurgiesystems® bei der Versorgung gemischt zweitgradiger Gesichtsverbrennungen erlaubt ein problemloseres und exakteres Wunddebridement. durch die schichtweise Abtragung der dermalen Zellschichten. Bei tiefen Verbrennungen kann durch die unterschiedlich einstellbaren Arbeitsstufen eine Nekrosenabtragung mit weniger Blutverlust erreicht werden.