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30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012)

11.01. - 14.01.2012, Nassfeld, Österreich

Beatmung wird sichtbar – Erster Einsatz der elektrischen Impedanztomographie (PulmoVista500®) zum regionalen Beatmungsmonitoring bei Verbrennungspatienten

Meeting Abstract

  • corresponding author M.N. Busche - Medizinische Hochschule Hannover, Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
  • K. Raymondos - Medizinische Hochschule Hannover, Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
  • H.-A. Adams - Medizinische Hochschule Hannover, Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
  • K. Knobloch - Medizinische Hochschule Hannover, Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
  • H.-O. Rennekampff - Medizinische Hochschule Hannover, Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
  • P.M. Vogt - Medizinische Hochschule Hannover, Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. 30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012). Nassfeld, Österreich, 11.-14.01.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dav49

DOI: 10.3205/12dav49, URN: urn:nbn:de:0183-12dav493

Published: August 7, 2012

© 2012 Busche et al.
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Einleitung: Das respiratorische Management beatmeter Verbrennungspatienten ist anspruchsvoll. Inhalationstrauma, Pneumonie und ARDS können die Situation zusätzlich verschärfen. Die heterogene Verteilung von Lungenschäden bei Inhalationstrauma und ARDS, sowie die Darstellung von Atelektasen sind auf konventionellen Röntgenbildern nur unzureichend beurteilbar und erfordern die Durchführung einer Computertomographie außerhalb der Intensivstation. Bisher liegen keine Erfahrungen zur Anwendung der elektrischen Impedanztomographie (EIT) bei Verbrennungspatienten vor.

Methodik: Wir stellen den ersten Einsatz des PulmoVista500®-Gerätes der Firma Dräger bei Verbrennungspatienten vor. Hierbei werden Impedanzmessungen mit Hilfe eines Elektrodengürtels um den Thorax des Patienten durchgeführt. Da sich die bioelektrischen Eigenschaften des Lungengewebes mit dem Luftgehalt verändern, lassen sich beatmungsbedingte Impedanzveränderungen messen und damit die Ventilation der einzelnen Lungenareale dynamisch und in Echtzeit auf einem Monitor visualisieren.

Erfahrungen: Anhand von Fallbeispielen werden die Vorteile eines regionalen Beatmungsmonitorings mittels EIT bei Verbrennungspatienten demonstriert. Durch die Visualisierung der Ventilation mittels EIT ließen sich die Auswirkungen von Änderungen der Beatmungsparameter besser kontrollieren und der PEEP optimieren. Der Elektrodengürtel ließ sich problemlos über verschiedenen Verbandmaterialien, wie Fettgaze, Acticoat Flex® und Biobrane® anwenden, ohne die Impedanzmessung zu beeinträchtigen. Die EIT half sowohl bei der Indikationsstellung für therapeutische Maßnahmen zur Verbesserung der Ventilation, wie Thoraxdrainagen, Recruitment-Manöver und spezielle Lagerungen, als auch zur Beurteilung des regionsspezifischen Erfolges dieser Maßnahmen.

Schlussfolgerungen: Die EIT visualisiert die Beatmung regionsspezifisch, kontinuierliche und dynamische am Patientenbett und ist auch über Verbandmaterialien anwendbar. Daher ermöglicht die EIT bei Verbrennungspatienten eine Indidualisierung der respiratorischen Therapie, eine bessere Therapie von Atelektasen und die direkte Kontrolle therapeutischer Maßnahmen zur Verbesserung der Ventilation.