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30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012)

11.01. - 14.01.2012, Nassfeld, Österreich

Benötigen Brandverletzte mehr oder weniger Intensivmedizin?

Meeting Abstract

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  • corresponding author P. Metnitz - AKH Wien – Medical University of Vienna
  • T. Rath - AKH Wien – Medical University of Vienna

Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. 30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012). Nassfeld, Österreich, 11.-14.01.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dav47

DOI: 10.3205/12dav47, URN: urn:nbn:de:0183-12dav474

Published: August 7, 2012

© 2012 Metnitz et al.
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Brandverletzungen größeren Ausmaßes stellen eine Herausforderung für alle Behandelnden Berufsgruppen dar. Neben der präklinischen Versorgung spielt vor allem die rasche Aufnahme in ein Zentrum für Brandverletzte und die dort erfolgende Versorgung an einer intensivmedizinischen Einrichtung eine wichtige Rolle für die Prognose dieser Patienten.

Obwohl sich die Behandlung brandverletzter Patienten in einigen Aspekten von der Behandlung anderer kritisch kranker Patienten unterscheidet, folgt sie im Wesentlichen denselben Prinzipien. Aus diesem Grund ist unbedingt zu fordern dass die in den letzten Jahren gewonnen Erkenntnisse der (allgemeinen) Intensivmedizin auch in der intensivmedizinischen Pflege brandverletzter Patienten umgesetzt werden. Dazu gehören neue Entwicklungen im Bereich des Monitorings, der Beatmung aber auch dem Flüssigkeitsmanagement.

Der in den letzten Jahren zunehmende Trend in Richtung weniger invasives Monitoring bei kritisch kranken Patienten ist auch in der Pflege Brandverletzter umzusetzen. Eine Reihe neuerer und weniger invasiver Technologien stehen dabei zur Verfügung und werden in den nächsten Jahren noch weiter ergänzt werden. Auch Sedierung und Beatmung kritisch kranker Patienten haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert: es gibt inzwischen gute Evidenz dass kontinuierliche Sedierung die Prognose verschlechtert und dass Analgesie-basierte Strategien mit erhaltener Spontanatmung einen deutlichen Überlebensvorteil für unsere Patienten erbringen. Trotz der durchschnittlich langen Liegedauer und des hohen Analgesiebedarfs Brandverletzter sind diese Strategien auch bei diesen Patienten anwendbar.

Eine Veränderung der intensivmedizinischen Therapie ermöglicht und erfordert auch eine Anpassung der chirurgischen Therapie: neue Behandlungskonzepte, welche eine raschere Stabilisierung unserer Patienten ermöglichen, erlauben ein frühzeitigeres und gezielteres chirurgisches Management. Generell sollte in der intensivmedizinischen Pflege Brandverletzter der gleiche Handlungsgrundsatz gelten wie auch anderorts in der Intensivmedizin: So viel wie notwendig, so wenig wie möglich.