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28. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2010)

13.01. bis 16.01.2010, Schladming, Österreich

Patienten-Daten-Management-Systeme im klinischen Alltag – Was müssen sie bieten – Was bieten sie?

Meeting Abstract

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  • corresponding author Gerd Sauermüller - BG Unfallklinik Murnau, Abteilung für Anästhesie, Zentrum für interdisziplinäre Intensivmedizin, Murnau, Deutschland

DAV 2010. 28. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Schladming, Österreich, 13.-16.01.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dav75

DOI: 10.3205/10dav75, URN: urn:nbn:de:0183-10dav751

Published: June 30, 2010

© 2010 Sauermüller.
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Hochrisikopatienten die bestmögliche Behandlung zu bieten, stellt in verstärktem Umfang eine Herausforderung für alle Beteiligten dar. Patienten-Daten-Management-Systeme (PDMS) bieten Unterstützung in der Dokumentation und Informationsverarbeitung dieser Patienten. Die zunehmende Leistungsfähigkeit der Computertechnik führte in den vergangenen 15 Jahren zur Entwicklung einer Vielzahl kommerzieller Produkte, die das Niveau von Chartingsystemen deutlich übertreffen. Personalknappheit bei stetig wachsendem Verwaltungsaufwand sowie steigende Anforderungen an die Dokumentation durch Einführung von Qualitätssicherung verbunden mit steigendem Kostendruck im Gesundheitswesen begründen die Einführung dieser Systeme.

Im April 2006 wurde in unserer klinik ein PDMS in der Anästhesie eingeführt. Basierend auf den guten Erfahrungen wurde zwei Jahre später dieses System um den Bereich unserer Intensivstationen erweitert. Eingebunden wurden neben den obl igaten Geräten der jeweiligen Abteilungen externe Bereiche wie das Labor und die Mikrobiologie. Weiterhin wurde eine komplexe Schnittstelle zum Krankenhaus-Informations-System (KIS) realisiert, die neben dem ADT-Daten-Transfer auch die Kommunikation zur Verwaltung (OPS-Kollektor) und dem Archivsystem der Klinik ermöglicht.

Die heute zur Verfügung stehenden Systeme verwalten definierte Parameter von medizinischen Geräten bzw. externen Applikationen automatisch, erstellen digitale Krankenakten und dienen dem Behandlungsteam somit als kompakte Informations- und Entscheidungsquelle. Als „Nebenprodukt“ dieser Datenakquisition ist unser System sogar in der Lage, vordefinierte Ereignisse durch Konklusion von Einzelparametern in Form von Meldungen automatisch zu generieren. Somit bewegen wir uns, soweit implementiert, auf der Ebene medizinischer Expertensysteme.

Am Beispiel unserer Klinik wird ein Vergleich zwischen theoretischen Anforderungen einerseits und in der Praxis tatsächlich durchführbaren Möglichkeiten dieser Systeme angestellt. Präsentiert wird eine weitestgehend realisierte Lösung, die nicht nur die klinischen Daten der jeweiligen Abteilungen verwaltet und somit die medizinische Umgebung übersichtlicher gestaltet, sondern auch den Erfordernissen der Verwaltung Rechnung trägt. Die ohnehin knappen Ressourcen in den Kliniken können durch den Einsatz von Patienten-Daten-Management-Systemen eine Entlastung erfahren und sich damit wieder mehr ihren Kernaufgaben widmen.